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Worte verbinden Welten – Eine kulturelle Begegnung zwischen Deutschland und Jemen

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Am 19.09.2025 veranstaltete die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. gemeinsam mit und in der jemenitischen Botschaft in Berlin eine Kulturveranstaltung mit dem Titel „Worte verbinden Welten – Eine kulturelle Begegnung zwischen Deutschland und Jemen“.

Moderiert von DAFG-Geschäftsführer Björn Hinrichs, bot der Abend einen besonderen Rahmen für den kulturellen Austausch durch die Geschichten zweier Gäste, die das Leben im jeweils anderen Land aus erster Hand kennen: Gudrun Orth, die mehrere Jahre im Jemen verbrachte, und Ghamdan Alzoaitry, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt.

Frau Gudrun Orth, Lehrerin und Bildungsspezialistin sowie 1. Vorsitzende der Deutsch – Jemenitischen Gesellschaft (DJG), ist Autorin des Buches „Qat, Koran, Kalaschnikow“, in dem sie ihre Eindrücke und Beobachtungen über den Alltag während ihrer Jahre im Jemen (2001–2004) schildert. Das Qat steht für das soziale Leben und die gesellschaftlichen Gepflogenheiten, der Koran für Religion und Spiritualität und die Kalaschnikow für Macht, Gewalt und die ständige Präsenz von Waffen.

Ghamdan Alzoaitry, Geschäftsentwickler, ist Autor des Buches Bars von Sanaa und Minarette von Berlin, in dem er seine persönlichen Erfahrungen in Deutschland reflektiert und Aspekte des Zusammenlebens und kulturellen Austauschs hervorhebt. Sein Werk versteht er als Leitfaden für junge Jemeniten, die in Deutschland studieren möchten.

Durch die Erzählungen der beiden Gäste entwickelten sich im Laufe des Abends Themen wie Empathie, gegenseitiges Lernen und interkulturelles Verständnis.

Frau Orth arbeitete zwischen 2001 und 2004 in Ibb und anschließend bis 2008 in Sanaa im Bereich Bildungsverwaltung und Lehrerfortbildung. In dieser Zeit lernte sie viel über den Alltag, die Traditionen und die Gegensätze zwischen der Schönheit des Landes und den Herausforderungen seiner Realität. Besonders prägend war für sie der Kontakt mit jemenitischen Frauen. Obwohl das öffentliche Leben stark von Männern dominiert ist, hatte sie als Bildungsfachkraft zahlreiche Kolleginnen. Als Ausländerin konnte sie zudem Männerkreise betreten, während sie als Frau Zugang zu Frauenkreisen erhielt. Dadurch gewann sie einen einzigartigen Einblick „hinter den Schleier“ in die jemenitische Kultur und die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Herr Alzoaitry hat in Bremerhaven studiert und wohnt jetzt in Berlin. Nach seiner Ankunft in Deutschland dauerte es einige Zeit, bis er sich integriert fühlte, doch besonders in Berlin lernte er vieles dazu. Dort verstand er, was Freiheit bedeutet: andere in Ruhe zu lassen, ohne die eigenen Wurzeln aufzugeben. Über Identität sagt er: „Berlin hat mir beigebracht, dass Identität kein festes Kleid ist, sondern ein Mantel, den man je nach Wetter tragen kann. […] Ich begann zu akzeptieren, dass man sich verändern kann, ohne sich selbst zu verlieren.“

Beide Gäste berichteten auch von Heimweh nach dem Verlassen des jeweils anderen Landes. Frau Orth vermisst vor allem das Essen, die Musik und die sozialen Momente. Für Herrn Alzoaitry war die Rückkehr in den Jemen nach seinem Studium schwierig, da er sich erneut in die dortige Kultur eingewöhnen musste. Am meisten fehlten ihm die deutsche Pünktlichkeit sowie Organisation und Effizienz.

In seinem Buch beschreibt er die „Bars von Sanaa“ als Sinnbild für das moderne und widersprüchliche Leben im Jemen und die „Minarette von Berlin“ als Symbol für eine religiöse Identität, die auch in Deutschland ihren Platz findet. Schließlich verließ er den Jemen erneut, um bessere berufliche Chancen in Deutschland zu finden. Heute ist er erfolgreicher Geschäftsentwickler, deutscher Staatsbürger, verheiratet (seine Frau stammt ebenfalls aus Sanaa) und Vater einer Tochter. Deutschland ist für ihn zur Heimat geworden.

Frau Orth würde gerne wieder in den Jemen reisen. Bis sich die Situation dort verbessert, liest sie Bücher über das Land und engagiert sich als 1. Vorsitzende der Deutsch-Jemenitischen Gesellschaft (DJG), wo sie den Ausbau der Beziehungen zwischen Deutschland und dem Jemen unterstützt.

Unser herzlicher Dank gilt den beiden Referenten und den Gastgebern des Abends S.E. Botschafter Loay Al-Eryani mit dem Team der jemenitischen Botschaft sowie dem engagierten Publikum für einen gelungenen und bereichernden Abend.

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