DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

Workshops "Arabische Musik" an der Salzmannschule

Arabisch nach Noten: Schon zum vierten Mal hatten Schülerinnen und Schüler des Staatlichen Spezialgymnasiums

 ...
DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

"Augengedächtnis": Lesung mit Sana Mukarker-Schwippert

Schon zum zweiten Mal war die Autorin Sana Mukarker-Schwippert in der DAFG – Deutsch-Arabischen

 ...
DAFG, Politik

Tawila zu Gast bei der DAFG - Botschafter (a.D.) Martin Kobler im Gespräch

Am 24. November 2025 war der vor circa 15 Jahren von Dr. Carsten Wieland ins Leben gerufene Gesprächskreis „Tawila“ zu

 ...
DAFG, Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Drei Länder in fünf Tagen: Oman, V.A.E. und Saudi-Arabien

Gemeinsame Delegationsreise von vbw, UBW und DAFG

Erstmals schlossen sich die langjährigen Partnerverbände
vbw –

 ...

DAFG-Jour Fixe – SEP: Social Entrepreneurship for Middle Eastern Refugees

1 von 12

Flüchtlinge sind Menschen, die aufgrund von Krieg, Konflikten, Unterdrückung oder lebensbedrohlichen Krisen gezwungen sind, ihr Heimatland zu verlassen. Besonders stark betroffen ist die palästinensische Bevölkerung: Laut UNRWA sind fast sechs Millionen palästinensische Flüchtlinge registriert, und die Zahl steigt stetig.

In den Aufnahmeländern erleben Flüchtlinge häufig Diskriminierung und werden oft als homogene Gruppe betrachtet, was ihr Trauma verstärkt, und ihre psychische Gesundheit belastet. Zudem wird in den Medien häufig dargestellt, dass sie auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Das Social Enterprise Project (SEP) hat das Ziel, diese Narrative zu ändern.

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. zusammen mit SEP am 5. August 2025 einen Jour-Fixe zum Thema „Social Entrepreneurship for Middle Eastern Refugees“ mit den Referentinnen Aseel Jibreel, Shop Managerin bei SEP Berlin, und Nawal Aradeh, Project Managerin bei SEP Jerash Camp. Moderiert wurde die Veranstaltung von DAFG-Referent Mahtab Ishaq.

SEP – Social Enterprise Project

Aseel Jibreel erklärte, dass SEP für Social Enterprise Project stehe. Im Jahr 2013 sei SEP unter der Leitung von Gründerin und Geschäftsführerin Roberta Ventura als erstes privates Unternehmen in Jordanien gegründet worden, das sich im palästinensischen Flüchtlingslager Jerash angesiedelt habe. Als Marke für Luxusmode und Lifestyle mit einem Schwerpunkt auf sozialem Engagement setze sich SEP dafür ein, Tausenden von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten dabei zu helfen, die Armutsgrenze zu überwinden, Frauen zu stärken, sie zu aktiven Veränderern zu machen und ihre Talente zur positiven Entwicklung ihrer Gemeinschaft einzusetzen. Seit ihrer Gründung habe SEP mit hunderten geflüchteten Stickereikünstlerinnen zusammengearbeitet und ihnen sowie ihren Familien nachhaltige Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit eröffnet.

Jibreel fügte hinzu, dass der zentrale Wert von SEP die soziale Wirkung sei: Flüchtlinge sollen als Menschen betrachtet werden und nicht lediglich durch das Label „Flüchtling“ abgestempelt werden. Die Abhängigkeit der Flüchtlinge von staatlichen finanziellen Unterstützungen sei auf die Umstände zurückzuführen, die für sie geschaffen wurden, sowie auf Versäumnisse in der Politik. Es seien klare Richtlinien erforderlich, um Flüchtlingen bei ihrer Integration und beim Einstieg in den Arbeitsmarkt zu helfen.

Das Engagement von SEP zeige sich darin, dass sie im Jerash-Camp mit den Flüchtlingen als Kolleginnen zusammenarbeiten und sie wie gewöhnliche Künstlerinnen behandeln. Laut Jibreel solle dies als Beispiel für die Zusammenarbeit mit Flüchtlingen dienen.

Unmittelbare Erfahrungen aus dem Jerash Camp

Project Managerin Nawal Aradeh, die online aus dem Jerash Camp teilnahm, berichtete über die Erfahrungen der Frauen im Camp in Bezug auf die Zusammenarbeit mit SEP. Die Kooperation mit SEP habe den Frauen zahlreiche neue Chancen eröffnet, die ihnen zuvor verwehrt geblieben waren. Besonders bemerkenswert sei, dass die Frauen, von denen schätzungsweise 80 % mit klinischer Depression diagnostiziert würden, dadurch eine mentale Erholung erfahren konnten. Das Frauen-Team habe rasch eine Größe von über 600 Mitgliedern erreicht. Durch ihre Arbeit seien sie in der Lage gewesen, eigenständig Einkommen zu generieren, ihre Familien zu unterstützen und somit ihr Leben erheblich zu verbessern.

Aradeh verdeutlichte, dass SEP die traditionelle palästinensische Stickerei (Tatreez), die von den Frauen über Generationen hinweg gepflegt wurde, nicht nur unterstützt, sondern in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt und durch hochwertiges Gewebe aufgewertet habe. Dadurch sei eine einzigartige Verbindung zwischen italienischem Design und nahöstlicher Handwerkskunst entstanden, die bei den Kunden gut ankäme. Jedes Kleidungsstück oder Accessoire von SEP (z.B. die Keffiyeh) trage die Namen der Frauen im Camp und erzähle eine eigene Geschichte, ganz im Sinne des SEP-Mottos „What Story are you wearing?“.

Spannende Diskussionen mit Input aus dem Publikum

Die interaktive Diskussion bot dem Publikum die Möglichkeit, sich aktiv mit Fragen und Anregungen einzubringen.

Ein wesentliches Thema der Diskussion war die Veränderung der Rolle der Frauen im Camp auf struktureller Ebene. Aradeh erläuterte, dass SEP den Frauen einen sicheren Raum geboten habe, in dem sie ihre Meinungen und Ansichten offen äußern konnten. Dies habe unter anderem dazu geführt, dass sich die Frauen öffnen konnten, von ihren Familien akzeptiert wurden und zunehmend eigenständige Entscheidungsträgerinnen wurden. Seit der Zusammenarbeit mit SEP haben sich die sozialen Verhältnisse im Camp deutlich gewandelt: Frauen seien in allen Bereichen gestärkt worden.

Auf die Frage, ob es eine Kommunikation zwischen den SEP-Kunden und den Künstlerinnen im Jerash Camp gebe, erklärte Jibreel anhand eines Beispiels, dass eine Kundin namens Hannah eine Rose auf ihrer Jacke haben wollte. Dies sei direkt an die Künstlerinnen vermittelt worden, und das Motiv wurde als „Hannah-Rose“ in das SEP-Programm aufgenommen. Ähnlich verfahre man auch mit Kundenlob für Kleidungsstücke: Solche Rückmeldungen würden ebenfalls direkt an die Künstlerin im Camp weitergeleitet werden.

Ein weiteres Thema war die Ausbildung der Frauen im Camp. Jibreel berichtete, dass SEP eine Akademie im Camp betreibe, in der Frauen kostenlos die palästinensische Stickerei (Tatreez) erlernen können. Die Lehrerinnen stammen selbst aus dem Camp und geben ihr technisches Wissen an die Schülerinnen weiter, um die Qualität der Stickerei zu sichern. Dies verdeutliche die Solidarität und den Zusammenhalt unter den Frauen.

Moderator Mahtab Ishaq schloss die Diskussion ab, indem er hervorhob, dass Flüchtlinge im Gegensatz zu ihrer medialen Darstellung über Qualifikationen und Talente verfügen und nur auf Gelegenheiten warten, diese einzusetzen. Hierbei habe SEP die Initiative ergriffen: Die Zusammenarbeit mit Flüchtlingen habe ihnen zu finanzieller Unabhängigkeit verholfen, Frauen gestärkt und den interkulturellen Austausch gefördert.

Termine

Februar 2026
25 26 27 28 29 30 01
02 03 04 05 06 07 08
09 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 01
Februar 2026
25 26 27 28 29 30 01
02 03 05 06 07 08
09 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 01

Keine Artikel in dieser Ansicht.

Suhar, Oman

Sohar Investment Forum 2026

4-5 February 2026
Majan Hall, Sohar, Oman

"Sohar - The Industrial Investment Destination"

As part of

 ...
Sultanate of Oman

Oman Petroleum & Energy Show (OPES)

18–20 May 2026
in Muscat, Sultanate of Oman
 
The Oman Petroleum & Energy Show (OPES) is the only event

 ...