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Ausstellungseröffnung: Tunesisches Mosaik in Berlin

Von analoger bis digitaler Fotografie, von Druckgrafik zu Malerei in Mischtechnik:  Die aktuelle DAFG-Ausstellung

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Ausstellungseröffnung: Tunesisches Mosaik in Berlin

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Von analoger bis digitaler Fotografie, von Druckgrafik zu Malerei in Mischtechnik:  Die aktuelle DAFG-Ausstellung „Tunesisches Mosaik in Berlin“ zeigt die ganze Bandbreite der gestalterischen Ausdrucksformen tunesischer Kunst.  Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Botschaft der Tunesischen Republik am 13. Juni 2019 in der DAFG-Geschäftsstelle eröffnet wurde, präsentiert auf beeindruckende Weise einen Überblick über die zeitgenössische Kunst Tunesiens.  Gemeinsam mit dem  Botschafter der Tunesischen Republik, S.E. Ahmed Chafra, eröffnete DAFG-Vizepräsident Prof. Dr. Claus-Peter Haase im Beisein der Künstlerin Dalel Tangour die Ausstellung, die trotz der sommerlichen Hitze zahlreiche Besucher in die DAFG e.V. führte.   

Prof. Haase dankte in seinem Grußwort der Tunesischen Botschaft für diese einmalige Gelegenheit, in der DAFG e.V. Kunst aus Tunesien zu präsentieren. In Berlin stünde immer noch nicht ein exklusiver Ort zur Verfügung, an dem arabische Kunst gezeigt werden könne. Umso wichtiger sei es, dass die DAFG e.V. nun in Kooperation mit der tunesischen Botschaft einen Raum für die Begegnung mit tunesischer Kunst und Kunstschaffenden geschaffen habe.

Zeitgenössische Kunst in Tunesien: dynamisch und vielfältig

Die fünf ausgewählten Künstlerinnen und Künstler, deren Werke das „tunesische Mosaik“ der Ausstellung formen, stehen stellvertretend für die lebendige, sich rasant verändernde Kunstszene in Tunesien. Mit Rachida Amara, Essia Arous, Mohamed Amine Hamouda, Mouna Jemal Siala und Dalel Tangour sind wichtige Akteure der tunesischen Kunstszene aus den Bereichen Grafik, Fotografie und Malerei vertreten. Wie dynamisch Kunst in Tunesien sich entwickelt und welch große Rolle sie im kulturellen Leben und Selbstverständnis Tunesiens spielt, zeigt der Zuwachs an Kunstschulen in dem nordafrikanischen Land:  Innerhalb der letzten Jahre hat sich die Zahl fast vervierfacht; private Galerien bieten Kunstschaffenden mehr Plattformen der Präsentation und eine von staatlicher Förderung unabhängige Kunstszene erobert zunehmend den öffentlichen Raum. Eine bemerkenswerte Entwicklung, auf die die Ausstellung „Tunesisches Mosaik in Berlin“ auch aufmerksam machen möchte.

Frauen als wichtige Akteure tunesischer zeitgenössischer Kunst

Dass vier der fünf Ausstellenden Frauen sind, ist dabei kein Zufall: Wie Prof. Haase in seinem Grußwort betonte, reflektiert die Ausstellung auch den großen Einfluss weiblicher Künstler in Tunesien, die seit den 1990er Jahren die Kunstszene Tunesiens maßgeblich mitprägen.

Ein Aspekt der Ausstellung, den auch S.E. Ahmed Chafra in seinem Grußwort noch einmal herausstellte. Er sei stolz, so Chafra, dass so viele Frauen in der Ausstellung vertreten seien. Dies repräsentiere auch die starke gesellschaftliche Position der Frauen in Tunesien. Die ausgestellten Werke seien eine Reflektion der aktuellen Situation in seinem Land. Es sei wichtig, Künstlern und Künstlerinnen Räume zu schaffen, in denen sie sich ausdrücken könnten. Mit Partnern wie die DAFG e.V., so Chafra, könnte die Vielfalt der tunesischen Kultur, die Lebendigkeit der tunesischen Kunst  auch den deutschen Kunstinteressierten zugänglich gemacht und andere, vielleicht eher unbekannte Seiten Tunesiens präsentiert werden.

Kunst als Universalsprache

Eine Idee, die auch Künstlerin Dalel Tangour in ihrem kurzen Grußworte betonte. „Kunst ist universell“, so Tangour.  „Es ist die Sprache, die jeder versteht. Ausstellungen wie diese sind daher wichtig für den kulturellen Austausch und mehr Verständnis zwischen den verschiedenen Kulturen.“

Mit Dalel Tangour ist eine von Tunesiens einflussreichsten Fotografinnen in der Ausstellung vertreten. Ihre fotografische Installation „Traversées Echec-Mat“ thematisiert das aktuelle Thema der Migrationsbewegungen über das Mittelmeer von Nordafrika nach Europa. Ihre zuerst harmlos anmutenden Fotografien von Schiffsüberfahrten zeigen auf den zweiten Blick subtil, aber nachhaltig die Verzweiflung der Flüchtenden, die Ausweglosigkeit ihrer Situation: Durch Einsatz neuer Perspektiven wird in ihrer Installation das Meer zu einer unüberwindbaren Wand – der „Mur d’Eau“.

Große Bandbreite künstlerischen Ausdrucks

Auch Mouna Jemal Siala nutzt Fotografie für ihre Kunst. In ihren großformatigen Werken versucht sie die Erinnerung an eine Handlung, ein Ereignis oder eine Erfahrung zu bewahren. Dabei lässt sie ihren künstlerischen Blick vom  Intimen und Besonderen zum Allgemeinen und Objektiven wandern, abstrahiert Fotos von Alltagsdingen, Bauwerken und Momenten zu neuen Objekten von hypnotischer Schönheit.

Essia Arous hingegen kontrastiert in ihrer Arbeit die menschengemachte Schrift mit dem Naturelement Wasser, spürt den abstrahierenden Bewegungen des Wassers nach, hält sie in eindringlichen und unbearbeiteten Digitalfotografien fest.

Ganz anders arbeitet wiederum Rachida Amara. Die Grafikerin verwebt in ihren Werken feine Linien zu atmosphärisch dichten Kompositionen, arbeitet mal mit Kupferstich und Radierungen, mal klassisch und großformatig mit Leinwand und Acryl.

Der einzige Künstler der Ausstellung, Mohamed Amine Hamouda, wiederum experimentiert in seinen Werken mit selbsthergestellten Materialien. Natürliche Farbpigmente mischt der Künstler selber zu Farben für seine großformatigen Kunstwerke, in seinen kleinformatigen Collagen verbindet er verschiedenste Materialien, verwendet handgeschöpftes selbstgemachtes Papier mit Papierschnipseln und Zeitungsausschnitten.

Eine Ausstellung als „Mosaik“

Es ist eine faszinierende Zusammenstellung, die den Betrachter im „Tunisischen Mosaik“ erwartet. Und wie bei einem Mosaik formen die einzelnen Werke im Ganzen betrachtet ein neues, vielleicht auch unerwartetes Bild. In diesem Fall ist es das Bild der faszinierenden und in Deutschland doch oft nicht wahrgenommenen zeitgenössischen Kunst Tunesiens.

Die zahlreichen Besucher der Ausstellung nutzen am Abend der Ausstellungseröffnung  die Gelegenheit, einen ersten Einblick in Tunesiens Kunst zu erhalten und sich mit der eigens für die Ausstellungseröffnung angereisten Künstlerin Dalel Tangour auszutauschen. Wer nicht bei der  Ausstellungseröffnung dabei sein konnte, hat noch bis zum 20. September 2019 die Gelegenheit, die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der DAFG-Geschäftsstelle (Montag bis Freitag, 10:00 bis 17:00 Uhr) zu besuchen. Um vorherige telefonische Anmeldung unter 030 2064 8888 wird gebeten.

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