DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

Movers & Shakers – Storytelling Arena in der DAFG

Berührende Geschichten, fremde und doch zugleich vertraute Erlebnisse sowie eindrucksvolle Schilderungen persönlicher

 ...
DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

DAFG Jour Fixe mit Amal, Berlin!

Die Informationen in den deutschen Medien sind für Nicht-Muttersprachler oft schwer verständlich aufgearbeitet - ein

 ...
DAFG, Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Roadshow zu Investitionsmöglichkeiten in Ägypten

Am 2. und 3. Mai 2019 veranstaltete die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit

 ...
DAFG, Politik

Hintergrundgespräch mit jemenitischem Minister

Die aktuelle Situation im Jemen stand am 9. April 2019 im Fokus der DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft

 ...
DAFG, Politik

DAFG-Botschafterreise Thüringen

Jedes Bundesland in Deutschland ist verschieden und hat seine Besonderheiten. Vor diesem Hintergrund veranstaltet die

 ...
DAFG, Politik

Interessen und Werte deutscher MENA-Politik

1 von 12

Durch die Interessen und Strategien der deutschen Außenpolitik im Nahen Osten geistere noch immer ein veralteter Stabilitätsbegriff, sagte Omid Nouripour MdB, außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, im Rahmen seines Vortrags am 20. Februar 2019 bei der DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Politik im Dialog“, im Fokus des Abends stand eine Analyse der außenpolitischen Rolle Deutschlands in der MENA-Region sowie die Frage nach der realpolitischen Vereinbarkeit von Werten und Interessen. 

Außenpolitische Standortbestimmung

In seiner deskriptiven außenpolitischen Analyse hob Nouripour zunächst den schwelenden Konflikt zwischen Werten und Interessen heraus, den es – gemessen am Anspruch einer wertegeleiteten Außenpolitik – so nicht geben sollte. Vielmehr sei es ein Kernziel, Interessen und Werte zusammenzubringen, wofür jedoch eine transparente Debatte und anschließende Artikulation durch öffentlichen Diskurs notwendig sei. Im Blick auf die aktuelle außenpolitische Linie benannte er mit wirtschaftlicher Kooperation, Fluchtabwehr und Terrorbekämpfung  drei Kernfelder deutscher Außenpolitik, die durchaus miteinander verwoben seien und ein komplexes Geflecht bildeten. Besonders im Bereich der Migrationspolitik müsse man aufpassen, Glaubwürdigkeit zu wahren. Ein deutliches Problem stelle in diesem Kontext allerdings der vielerorts viel zu weit gefasste Terror-Begriff dar, der teils zur Eindämmung  oppositioneller Gruppierungen instrumentalisiert werde.

Revitalisierung des IS?

Deutlich kritisierte Nouripour die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, demzufolge der IS bereits besiegt sei. Dies habe eine „verheerende“ Wirkung. Der IS habe vielmehr noch immer bedeutenden Einfluss und drohe wieder zu erstarken. Das Kernnarrativ der IS-Bewegung Im Irak, wonach die Gruppe als einzige in der Lage sei, die sunnitische Bevölkerungsgruppe zu schützen, sei viel zu wenig adressiert worden. Damit habe man der IS-Ideologie fruchtbaren Nährboden für ein Comeback gelassen.

Syrien als Brennglas für die MENA-Region

Insbesondere Syrien könne als eine Art Brennglas für Interessenkonflikte und Komplexität innerhalb der MENA-Region betrachtet werden. Gerade im Umgang mit Syriens Präsident Baschar al-Assad zeigten sich dabei realpolitische Dilemmata, aber auch die gefährliche Doppelmoral westlicher Außenpolitik: Einerseits dürfte die Straflosigkeit Assads der IS-Propaganda in die Hände spielen, aber andererseits könnte man sich auch nicht aus dem Wiederaufbauprozess heraushalten. Dabei gebe es im Syrien-Konflikt auch weiterhin akute Großbaustellen: Neben der Kurdenfrage im Norden sei dies auch insbesondere die verheerende humanitäre Situation in Idlib, die derzeit in Vergessenheit zu geraten drohe, sowie die iranisch-israelische Konfrontation im Süden des Landes, die nahezu alle relevanten Player direkt betreffe. Aus deutscher Sicht habe man in einer früheren Phase des Bürgerkriegs zu wenig politisch in syrische Oppositionsgruppen investiert, d.h. umfassende Unterstützung für den eventuellen Aufbau demokratischer Strukturen geliefert.

Notwendigkeit eines neuen Stabilitätsbegriffs 

Auf einer übergeordneten Ebene sehe es Nouripour daher zukünftig als zentrales Anliegen deutscher Außenpolitik, klare Gestaltungsinteressen zu benennen, denen ein ehrlicher und angepasster Stabilitätsbegriff  zu Grunde liegt, ausgerichtet am tatsächlichen Wohlbefinden der Zivilbevölkerung . Unabdinglich sei dabei die Stärkung von Zivilgesellschaften und ein kontinuierlicher Austausch, der auch die kulturellen und wissenschaftlichen Bereiche nicht außer Acht lasse. Lösungsansätze und wirklich effektive Nahostpolitik könnten zudem nur auf europäischer Ebene umgesetzt werden, um neben Großmächten wie Russland, China und den USA gestalterisch bestehen zu können. Generell sollten außenpolitische Strategien dabei aber immer kontextbezogen erarbeitet und angewandt werden. Im großen Stil aufoktroyierte Allgemeinlösungen a lá Marshallplan seien nicht die Antwort.

Termine

Juni 2019
26 27 28 29 30 01 02
03 04 05 06 07 08 09
10 11 12 15 16
17 19 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
Juni 2019
26 27 28 29 30 01 02
03 04 05 06 07 08 09
10 11 13 14 15 16
17 18 19 21 22 23
24 25 27 28 29 30
DAFG, Berlin

Buchvorstellung & Diskussion: "Lexikon des Dialogs - Grundbegriffe aus Christentum und Islam" mit der Eugen-Biser-Stiftung

2. Juli 2019, 18:30 Uhr
Geschäftsstelle der DAFG e.V., Friedrichstr. 185 (Kontorhaus), Haus E, Etage

 ...
Berlin

Cinderella, Sindbad und Sinuhe - Arabisch-deutsche Erzähltradition

18. April bis 18. August 2019
Neues Museum, Bodestraße, 10178 Berlin

In einer Zeit, in der

 ...
Libanon

Alsharq - Politische Studienreise in den Libanon

12. bis 22. Juni 2019

1689 Euro Normalpreis (100 Euro Rabatt für DAFG-Mitglieder)

Das

 ...
Tunesien

Alsharq - Politische Studienreise nach Tunesien

12. bis 21. Juni 2019

1489 Euro Normalpreis (100 Euro Rabatt für DAFG-Mitglieder)

Das

 ...