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DAFG, Medien & Kommunikation

„Das arabischsprachige Programm der Deutschen Welle (DW) und das Konkurrenzumfeld“ – Vortrag von Christoph Lanz

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Christoph Lanz, Multimediadirektor Global der DW

716 Satellitensender sind derzeit frei in der arabischen Welt zu empfangen – darunter auch die Deutsche Welle (DW). Christoph Lanz, Multimediadirektor Global der DW, sprach am 17. September 2013 in der DAFG-Geschäftsstelle über „Das arabischsprachige Programm der Deutschen Welle (DW) und das Konkurrenzumfeld“. Sein Fazit: „Damit die Deutsche Welle in der Region gegen die harte Konkurrenz ankommen kann, müsste das arabischsprachige Fernsehprogramm von derzeit zehn auf 24 Stunden ausgeweitet werden.“ Doch dazu wäre ein höheres Budget nötig.

Entwicklung der internationalen Informationsanbieter in der Region

Um die Entwicklung der internationalen Informationsanbieter in der Region zu verstehen, beschrieb Lanz zunächst die politischen Hintergründe. „Bis Mitte der 1990er Jahre gab es eine strenge Medienkontrolle seitens der Regierungen in der Region“, so Lanz. Erst danach habe die Möglichkeit bestanden, Meinungen unzensiert zu verbreiten. Dieser Wandel wurde mit dem Start des Senders Al Jazeera 1996 deutlich. Eine weitere wichtige Zensur sei der 11. September 2001 gewesen, der die Region stark in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückte.

Schon relativ kurz danach, nämlich 2002, startete die Deutsche Welle ihr arabischsprachiges TV-Angebot. Via Nilesat ist es in mehr als 20 Ländern zu empfangen. Damit war die Deutsche Welle noch vor anderen ausländischen Fernsehsendern wie BBC oder France 24 in der Region vertreten. Doch die Konkurrenz ist groß: Inzwischen sind über 700 Satellitensender frei in der arabischen Welt zu empfangen. Ausländische Sender wie die BBC zeigen ihr arabischsprachiges Programm 24 Stunden rund um die Uhr. Die Deutsche Welle, die nur zehn Stunden auf Arabisch sendet, ist damit automatisch im Wettbewerb benachteiligt. Doch für eine Ausweitung des Programms fehlt das Geld. „Die Deutsche Welle hat ungefähr acht Millionen Euro pro Jahr für ihr arabischsprachiges Programm zur Verfügung. Zum Vergleich: Eine Tatort-Folge kostet im Schnitt knapp 1,4 Millionen Euro“, so Lanz. Mehr als zehn Stunden Programm sind derzeit finanziell nicht umsetzbar.

„Shabab Talk“ – erfolgreiches Talkformat für Jugendliche


Dabei ist die Deutsche Welle sehr erfolgreich in der Region. "Shabab Talk“, ein Format in dem junge Leute aus Europa und den arabischen Ländern miteinander diskutieren, beschert dem Sender Traumquoten. „Diese Sendung hat jede Woche über fünf Millionen Zuschauer“ berichtet Lanz. Damit ist die Sendung in etwa vergleichbar mit den Zuschauerzahlen von Günther Jauch in Deutschland.
Und auch für den Webauftritt zieht Lanz eine positive Bilanz. Mit über 238.000 Facebook-Likes und über 199.000 Twitter-Followern für die arabischsprachigen Seiten liefert sich die DW ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der BBC.
Um weiterhin im Wettbewerb zu bleiben und gegen die harte Konkurrenz anzukommen, hält Lanz jedoch eine Aufstockung des Budgets, das maßgeblich vom Bundeshaushalt getragen wird, für notwendig. Die Arbeit der Deutschen Welle in der Region sei wichtig: „Wir brauchen den Dialog der Kulturen“, so sein Fazit.

In der anschließenden Diskussion stellte sich Lanz den Fragen des Publikums. Dabei ging es um Fragen wie die Themensetzung der Deutschen Welle und bestimmte DW-TV-Formate.

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