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Finissage der Ausstellung „Schlachtfeld Kultur“

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Mit einem Vortrag aus traurigem Anlass, aber auch hoffnungsvollen Präsentationen, endete am 10. Dezember 2014 die Ausstellung „Schlachtfeld Kultur: Das gefährdete syrische Kulturerbe 2014“, die seit September bei der DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. zu sehen war. Ehrengast des Abends war Prof. Dr. Maamoun Abdulkarim, Direktor der Nationalgalerie und Antikenabteilung in Damaskus, der von der dramatischen Situation des syrischen Kulturerbes und von seiner Arbeit zur Rettung der zahlreichen Kulturschätze berichtete. Zudem stellten Dr. Anette Gangler und Dipl.-Ing. Christoph Wessling ihre engagierte Arbeit zum Erhalt der Altstadt von Aleppo vor.

Zunächst eröffnete DAFG-Vorstandsmitglied Professor Matthias Weiter den Abend und stellte dem höchst interessierten Publikum im bis auf den letzten Platz besetzten Veranstaltungsraum der DAFG e.V. die Redner vor. In seiner anschließenden Präsentation verdeutlichte Professor Abdulkarim die bedrückenden Auswirkungen des Krieges in Syrien auf das reiche kulturelle Erbe des Landes. Illustriert von zahlreichen Fotos, Satellitenbildern und Grafiken erläuterte er das große Ausmaß der Zerstörung und Plünderungen antiker Stätten, historischer Altstädte, Moscheen, Kirchen und Museen. Besonders besorgt zeigte sich Professor Abdulkarim von dem enormen Ausmaß, das der illegale Handel mit Kulturgütern aus Syrien inzwischen angenommen habe.

Mit seiner Generaldirektion für Antiken und Museen versucht Abdulkarim, so gut wie im anhaltenden Krieg irgend möglich, diesen fatalen Entwicklungen vorzubeugen und entgegenzuwirken. Zentral hierfür ist die Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Bevölkerung, durch die in vielen Regionen beispielsweise Ausstellungsstücke aus Museen in Sicherheit gebracht werden konnten. Darüber hinaus dokumentieren zahlreiche Mitarbeiter der Generaldirektion in Zusammenarbeit mit Menschen in ganz Syrien Zerstörungen an Kulturerbestätten und erarbeiten Wiederaufbaupläne. Mit öffentlichen Kampagnen soll die Bevölkerung überdies  für die Bedeutung und die fortschreitende Zerstörung syrischen Kulturerbes sensibilisiert werden. Auch auf internationaler Ebene versucht Professor Abdulkarim engagiert, der Zerstörung und illegalen Ausfuhr syrischer Kulturgüter vorzubeugen. So informiert er weltweit über den illegalen Antikenhandel und arbeitet etwa mit der UNESCO zusammen, um Nachbarländer dazu zu bewegen, den illegalen Handel zu unterbinden.  Zudem wurde in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Museumsrat (ICOM) die Rote Liste der gefährdeten syrischen Kulturgüter veröffentlicht, die auch Bestandteil der vorangegangenen Ausstellung bei der DAFG e.V. war.

Eine von sechs syrischen UNESCO-Welterbestätten, die Altstadt von Aleppo, ist in besonderem Maße von den Kriegszerstörungen der letzten Jahre betroffen. Besonders schmerzhaft ist diese Tatsache für Dr. Anette Gangler und ihren Verein Freunde der Altstadt von Aleppo, der sich in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ, heute GIZ) und dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) seit knapp 25 Jahren für den Erhalt der historischen Altstadt einsetzt. Ziel des Vereins, so Dr. Gangler in ihrem Vortrag, war von Beginn an die soziale Segregation in der Altstadt Aleppos zu mindern und Wohnungen zu reparieren und zu restaurieren. Bis Frühjahr 2011 konnten insgesamt über 1000 Wohnungen instand gesetzt werden. Daneben erstellten die Freunde der Altstadt von Aleppo ein Kataster der Altstadt, das für den zukünftigen Wiederaufbau von großer Bedeutung sein kann.

Einen wichtigen Beitrag zum Aufbau Aleppos nach Kriegsende möchte auch das Projekt „Aleppo Archive in Exile“ leisten, das Dipl.-Ing. Christoph Wessling von der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) zum Ende des Abends bei der DAFG e.V. vorstellte.  Das im Januar 2014 von der BTU und den Freunden der Altstadt von Aleppo ins Leben gerufene Projekt strebt ein digitales Archiv der UNESCO-Welterbestätte Altstadt von Aleppo an. Dabei sollen historische und stadtplanerische Dokumente gesichert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, wovon insbesondere die Stadtplaner beim Wiederaufbau Aleppos profitieren würden. Zudem soll die darin festgehaltene Stadterneuerungserfahrung in Aleppo als Vorbild für die Sanierung anderer arabischer Altstädte dienen.

Im Anschluss an die drei spannenden Präsentationen, die sich mit der aktuellen Krisensituation und zukünftigen Perspektiven auseinandersetzten, entwickelte sich eine angeregte Diskussion, etwa zur internationalen Zusammenarbeit bei der Rettung von Kulturschätzen, zur Bedeutung von Grenzkontrollen und der aktuellen Situation in Aleppo. Abschließend nutzen die zahlreich erschienenen Gäste die letzte Gelegenheit, sich in der Ausstellung „Schlachtfeld Kultur“ ein eigenes Bild vom Ausmaß der Zerstörung in Aleppo und Homs zu machen.

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