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»Die Besatzung nimmt uns die Luft zum Atmen – sie muss endlich aufhören«

Vortrag von Sumaya Farhat-Naser über das Leben unter israelischer Besatzung

Donnerstag, 05.06.2025, 19:30 Uhr

Gemeindesaal der Bonhoeffer-Gemeinde (Arche) Glatzer Str. 1 (Ecke Breslauer Str.), Heidelberg-Kirchheim (Bus Nr. 33 / Haltestelle Königsberger Str. / Straßenbahn Nr. 26)

Eintritt frei – um Spenden wird gebeten
Veranstalter: Palmyra Verlag/Nahostarchiv Heidelberg, Heidelberger Bündnis für Frieden im Nahen Osten, AG SPD 60 plus, Friedensbündnis Heidelberg Mit anschließender Diskussion

Seit dem Junikrieg 1967 leben die PalästinenserInnen im Westjordanland unter israelischer Besatzung. Ihr Alltag ist geprägt von Unrecht und Unterdrückung. Widerrechtliche Landenteignungen, Kollektivstrafen, militärische Angriffe, Verhaftungen, ständige Überwachung sowie alltägliche Demütigungen bestimmen ihr Leben. Weit über 1000 Checkpoints und Straßensperren schränken permanent ihre Bewegungsfreiheit ein.

Über all das berichtet Sumaya Farhat-Naser in ihrem Vortrag, aber auch davon, dass die Besatzung immer mehr einem System der Apartheid gleicht und auf eine Annexion hinausläuft. Dramatisch verschlimmert hat sich die Situation im Westjordanland zudem im Schatten des Gazakriegs. Im Rahmen einer groß angelegten Militäroffensive gegen Flüchtlingslager im Norden des Westjordanlands hat Israel seit März 2025 über 40.000 Menschen vertrieben und ihre Häuser zerstört. Hinzu kommen die immer bedrohlicher werdenden Überfälle bewaffneter israelischer Siedler, die das Land für sich alleine beanspruchen. In etwa 200 völkerrechtswidrigen Siedlungen leben mittlerweile über 500.000 Siedler, womit eine friedliche Konfliktlösung immer mehr »verbaut« wird. Über 900 Palästinenserinnen und Palästinenser wurden seit Beginn des Gazakriegs im Westjordanland von israelischen Soldaten und Siedlern getötet.

Ungeachtet dieser für die PalästinenserInnen immer katastrophaler werdenden Situation setzt sich Sumaya Farhat-Naser unermüdlich für Dialog und Frieden ein. Auf der Basis der gewaltfreien Kommunikation berichtet die Friedenspädagogin über ihre verschiedenen Bildungs- und Begegnungsprojekte im Bereich der Frauen- und Jugendarbeit. Sie setzt damit ein wichtiges Zeichen gegen die Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit im israelisch-palästinensischen Konflikt. Sie macht aber auch klar, dass es einen gerechten Frieden nur mit einem Ende der israelischen Besatzung geben kann.


Sumaya Farhat-Naser zählt zu den wichtigsten palästinensischen Stimmen außerhalb Palästinas. Es gibt sicherlich nur wenige Menschen, die so authentisch und eindringlich über das Leben unter israelischer Besatzung berichten können. Sie wurde 1948 in Bir Zeit bei Ramallah geboren. Nach ihrem Studium der Biologie, Geographie und Erziehungswissenschaften in Hamburg und der Promotion in Angewandter Botanik war sie bis 1997 Professorin für Botanik und Ökologie an der Universität in Bir Zeit. Bekannt wurde die christliche Palästinenserin bei uns vor allem durch ihre Bücher und Vortragsreisen. 1989 wurde ihr von der Universität Münster die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät verliehen. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt sie 1995 den Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte, 1997 den Evangelischen Buchpreis des Deutschen Verbands Evangelischer Büchereien und 2011 den AMOS-Preis für Zivilcourage in Religion, Kirchen und Gesellschaft. Sie ist Mitbegründerin und Mitglied zahlreicher Organisationen, wie »Women Waging Peace« an der Harvard-Universität und »Global Fund for Women« in San Francisco. Von 1997 bis 2001 war sie Leiterin des »Jerusalem Center for Women«, das sich gemeinsam mit der israelischen Gruppierung »Bat Shalom« für den Frieden engagiert.

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