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Arabischkurs der Salzmannschule besucht Berlin

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Es ist fast schon eine Tradition: Alle zwei Jahre besuchen Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Klasse des Staatlichen Spezialgymnasiums Salzmannschule in Schnepfenthal (Thüringen) für einige Tage Berlin. Das Besondere daran: Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler lernen alle seit der sechsten Klasse Arabisch als zweite Fremdsprache. Vom 14. bis 15. November organisierte die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. daher für die 15 Schülerinnen und Schüler und die begleitenden Lehrkräfte ein spannendes Programm – von Begegnungen mit arabischen Kulturschaffenden bis hin zu einem Besuch in einer Oud-Werkstatt.  

Arabisch als Fremdsprache an der Salzmannschule

Das Staatliche Spezialgymnasium Salzmannschule ist die einzige Schule in ganz Deutschland, die Arabisch als Fremdsprache unterrichtet. Eine Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse auch außerhalb des Klassenzimmers anzuwenden, haben die Schülerinnen und Schüler allerdings eher selten: Viele besuchen das schuleigene Internat in dem kleinen thüringischen Dorf, in dem die traditionsreiche Schule steht. Die Exkursion nach Berlin mit seiner aktiven und vielfältigen Kulturszene soll daher den Schülerinnen und Schülern möglichst viele Sprechgelegenheiten und Begegnungen mit unterschiedlichsten arabischen Dialekten ermöglichen. 

Künstlerinnengespräch mit Hanaa El Degham

m ersten Tag traf die Schülergruppe die ägyptische Künstlerin Hanaa El Degham im Humboldt Forum und sprach mit ihr über das von ihr gestaltete Wandgemälde „Die Wiedergeburt des Osiris“, das Teil der Dauerausstellung „Berlin Global“ ist. Die  bildende Künstlerin und Street-Art-Aktivistin, die in Berlin und Kairo lebt und arbeitet, konnte der Schülergruppe nicht nur einen exklusiven Einblick in den Entstehungsprozess des Gemäldes, seine einzelnen Elemente und Bedeutung geben, sondern auch über ihre gesamte künstlerische Arbeit und ihr Leben zwischen zwei Kulturen als arabischstämmige Künstlerin in Berlin berichten.

Besuch in der Oud-Werkstatt von Mohamed Khoudir

Am nächsten Tag stand ein Besuch der Khoudir Oud Boutique von Mohamed Khoudir an. In seiner Werkstatt in Kreuzberg fertigt der in Algerien geborene Oudbauer von Hand hochwertige Kurzhalslauten, arabisch „Oud“ an, restauriert und repariert und gibt Workshops und Kurse rund um die Oud. Bei ihrem Besuch erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel über die Entstehungsgeschichte der Oud und ihre historische Entwicklung sowie den aufwendigen Produktionsprozess der Instrumente und konnten zudem ihr Arabisch bei der anschließenden Frage- und Antwortrunde anwenden. 

Autorengespräch mit Mohammed Rabie im Buchladen Khan Al Janub 

Von der Oudwerkstatt ging es dann zum Abschluss des Programms nach Neukölln in die Buchhandlung Khan Al Janub – einem Buchladen für arabische Literatur. Inhaber Mohammed Rabie begrüßte die Schülergruppe persönlich und stellte den Buchladen vor, der in den letzten Jahren zu einer wichtigen Adresse in der arabischen Kulturszene Berlins geworden ist. Wöchentliche Lesungen und Veranstaltungen zu Literatur, Kunst und Kultur ergänzen das ohnehin schon beeindruckend große Angebot des Buchladens. Anschließend diskutierte Rabie mit den Schülerinnen und Schülern über arabische Literatur. Denn Rabie verkauft nicht nur Bücher – er schreibt sie auch. Mit seinem dritten Roman Otared stand er 2016 auf der Shortlist des International Prize for Arabic Fiction (auch der „Arabic Booker“ genannt). Und so konnte er der Schülergruppe nicht nur einen guten Einblick in die arabische Literaturszene geben, sondern auch erste Literaturempfehlungen für Arabischlernende geben und die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler beantworten – natürlich auf Arabisch. 

Mit zahlreichen neuen Eindrücken reiste die Schülergruppe am nächsten Tag wieder zurück nach Schnepfenthal – mit noch Motivation, eine der schwersten Sprachen der Welt weiter zu lernen und die Sprachkenntnisse zu verbessern. Auch in Zukunft sollen diese Exkursionen nach Berlin für die Arabischkurse fortgesetzt werden. 

Das Programm wurde mit der finanziellen Unterstützung der QFI ermöglicht. 


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