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DAI-DAFG Reihe: Die Glasurziegelfassaden des Assur-Tempels

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Der Assur-Tempel gilt als das wichtigste und größte Heiligtum des assyrischen Reiches. Teile seiner farbigen Glasurziegelfassade lagerten jahrzehntelang vergessen im Vorderasiatischen Museum in Berlin. Das GlAssur-Projekt unter Leitung von Dr. Anja Fügert, wissenschaftliche Referentin der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) ,und Dr. Helen Gries, Kuratorin für Mesopotamien am Vorderasiatischen Museum Berlin, widmet sich der aufwendigen und langwierigen Rekonstruktion der Fassade – Ziegel für Ziegel. „Brick by Brick – Die Rekonstruktion der Glasurziegelfassade des Assur-Tempels“ hieß dementsprechend auch der Vortrag der beiden Wissenschaftlerinnen, die die beiden Gastgeber, DAFG-Vizepräsident Prof. Dr. Claus-Peter Haase und  Dr. Arnulf Hausleiter, wissenschaftlicher Referent in der Orientabteilung des DAI, am 20. April 2023 in der Geschäftsstelle der DAFG – Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft e.V.  begrüßen durften.

Im Rahmen der DAI-DAFG Vortragsreihe „Archäologie und Kulturerbe in der arabischen Welt“ präsentierten Fügert und Gries die neuesten Erkenntnisse des Projekts – zum ersten Mal überhaupt in Berlin. Es war der inzwischen schon neunte Vortrag in der erfolgreichen Vortragsreihe, die seit 2020 als Kooperation zwischen dem Deutschen Archäologischen Institut und der DAFG e.V. organisiert wird und zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in Präsenz stattfand.

Vergessene Schätze – die Glasurziegelfassaden des Assur-Tempels

Assur, im Nordirak an den Ufern des Tigris gelegen, war die Hauptstadt des assyrischen Reiches, der vorherrschenden Macht in Westasien im ersten Jahrtausend v. Chr. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden systematische Ausgrabungen durch den Berliner Archäologen Walter Andrae im Bereich des Assur-Tempels statt. Ein Großteil der dabei gefundenen und dokumentierten 22 Glasurziegelfassaden gelangte nach offizieller Fundteilung auf Umwegen nach Berlin, wo sie  erschlossen und Teile der Fassaden im Vorderasiatischen Museum präsentiert wurden. Nach dem 2. Weltkrieg wurden  die Fassaden allerdings nicht mehr ausgestellt und gerieten in Vergessenheit, bis ein Wasserschaden im Museum in den 1990er Jahren zur zufälligen Wiederentdeckung führte. Im Rahmen des DFG-Projekts „GlAssur“ unter der Leitung von Dr. Anja Fügert und Dr. Helen Gries wurden die Ziegel ab 2019 generalsaniert. Ziel des Projektes, so Helen Gries, war nicht nur die komplette wissenschaftliche Erfassung des Fundes, die Rekonstruktion der sich teilweise im schlechten Zustand befindlichen Fassaden, sondern auch die abschließende Präsentation im Museum.

Wissenschaftliche Erschließung der Funde und erste Datierung der Fassaden

Eine wichtige Rolle bei der schwierigen Rekonstruktion spielten Andraes ursprüngliche Dokumentationen der Funde, bei denen auch zum ersten Mal in der Archäologie Farbfotografien eingesetzt wurden: Ohne die Vorarbeit Andraes, so Gries, wäre eine Rekonstruktion unmöglich gewesen. Neben der wissenschaftlichen Auswertung dieser schon vorhandenen Grabungsdokumentationen war es aber auch die genaue archäologische Objektaufnahme und der er Einsatz bildgebender Verfahren wie der UV Fotografie, die zur zumindest teilweise erfolgreichen Rekonstruktion der Fassaden beitrug. Bei diesem Verfahren werden die Kacheln mit UV Licht angestrahlt und so fotografiert. Da die Glasuren unterschiedlich fluoreszieren, können auf diese Art und Weise auch mit dem Auge kaum zu erkennende Inschriften und Markierungen sichtbar gemacht werden. Die Ergebnisse dieses Verfahrens ließen erstmalig eine Datierung der Fassaden auf das 8. Jahrhundert v. Chr. zu.

Naturwissenschaftliche Analyse der Glasurfarben

Markierungen wie Stempel oder mit den Fingern in den Ton gestrichene Abdrücke wiederum lieferten wichtige Informationen über den ursprünglichen Aufbau der Fassaden. In einem weiteren Schritt wurde dann mit naturwissenschaftlichen Methoden die Zusammensetzung der Glasuren untersucht, um Hinweise auf die ursprüngliche Farbigkeit der Kacheln zu erhalten. Dabei zeigte sich, dass bei der assyrischen Glasur die tiefblaue Farbe, die man ansonsten aus der Region kennt, nicht verwendet wurde. Vielmehr sind die vorherrschenden Farben Schwarz, Gelb, Weingelb und verschiedene Nuancen von Orange-Rot.

Rekonstruktion der Leerstellen durch Kenntnisse assyrischer Ikonografie

Doch auch mit all diesen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen blieb die Rekonstruktion der Fassaden eine Herausforderung, so Fügert.  Denn der Zustand der Ziegel ist deutlich schlechter als beim Fund, zudem gibt es nur wenige historische Vorbilder an denen man sich orientieren kann, um die vielen vorhandenen Leerstellen der Fassaden zu füllen. Kenntnisse der assyrischen Bildsprache halfen bei der Rekonstruktion dieser Leerstellen, die durch andere wissenschaftliche Methoden nicht endgültig zu klären waren. Aus dem Vergleich der Darstellungen konnte das Projektteam schließen, dass die Fassaden ursprünglich Eroberungen, Kriegszüge und die Darbietung von Kriegsbeute vor dem König darstellen. Da im assyrischen Reich der König als Stellvertreter des obersten Gottes Assur galt und von diesem das göttliches Mandat erhielt, das Reich zu vergrößern, macht es, so Fügert, Sinn, dass sich Szenen von Eroberungen und Beutedarbietungen auf der Tempelwand finden. Die Fassaden seien damit eine Art „königlicher Rechenschaftsbericht“.

Präsentation im Museum

Aus den neuen Erkenntnissen kann nun ein 3D-Modell des Tempels erstellt werden, das auch zukünftig im Museum, zum Beispiel im Verbund mit der „Augmented Reality“ Technik, eingesetzt werden. Schon jetzt gibt eine kleine temporäre Ausstellung Einblick in das GlAssur-Projekt und seine Ergebnisse. Nach dem Umbau und Wiedereröffnung des Vorderasiatischen Museums in Berlin ist auch eine Ausstellung der Originalziegel geplant. Wer vor der Schließung des Pergamonmuseums noch die kleine temporäre Ausstellung sehen möchte, kann dies noch bis zu 23. Oktober 2023 tun.

 

Der nächste Vortrag in der DAI-DAFG Reihe „Archäologie und Kulturerbe in der arabischen Welt“ findet am 15. Juni 2023 mit Dr. Simone Mühl statt.

 

Foto Slider: @GlAssur Projekt

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