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DAFG-Workshop zur Parfumkultur in der arabischen Welt

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Parfum hat sich im Laufe der Zeit zu einem stetigen Alltagsbegleiter entwickelt, der sich auf vielfältige Weise bemerkbar macht. In der arabischen Welt spielt Parfum eine besondere Rolle und steht in einer Tradition, die bis in die Pharonenreiche des Alten Ägypten zurückreicht. Die Kunst der Parfumherstellung ist äußerst komplex und facettenreich und verbindet Tradition mit Moderne, die klassische mit der synthetischen Duftentwicklung. In unserem exklusiven Workshop – eine Kooperation der DAFG e.V. mit der BIRKHOLZ Perfume Manufacture – luden Parfum-Sommelier Philip Birkholz und DAFG-Vizepräsident Prof. Dr. Claus-Peter Haase am 12. Juli 2018 in die Birkholz Perfumebar ein und nahmen die zahlreichen Gäste mit auf einer Reise durch die Geschichte des Parfums, die alle Sinne ansprach. Dafür sorgte nicht zuletzt die Gelegenheit, sich mit den BIRKHOLZ-Duftberatern in die Welt der traditionellen und modernen arabischen Düfte einzuschnuppern und sich auf die Suche nach dem eigenen individuellen Duft zu begeben.

Geschäftsführer und Store Manager der BIRKHOLZ Parfume Manufacture Philip Birkholz gab gemeinsam mit Prof. Dr. Haase einen umfangreichen Überblick über die Entwicklungsgeschichte des Parfums, beginnend in der Antike. Die Verbrennung von Stoffen wie Harzen oder Myrrhe und die damit verbundene Duftverbreitung war im Alten Ägypten zunächst für die Ehrung der Götter wie des Sonnengottes Ra bestimmt, ehe unter Königin Hatschepsut mit der Parfümierung des lebendigen Körpers begonnen wurde. Parfum war zu dieser Zeit allerdings noch der Elite und Oberschicht vorbehalten - ein Umstand, der sich erst mit der Massenherstellung im 20. Jahrhundert ändern sollte. Die Handelsschiffe der Phönizier verbreiteten die Stoffe im Mittelmeerraum, sodass auch die Hochkulturen der Griechen, Mesopotamiens und später der Römer Zugang zu den regionalen Parfumessenzen erhielten.

Im Mittelalter entdeckten europäische Alchemisten Äthylalkohol und den Vorgang der Destillation, die den Weg zur chemischen Parfumherstellung bereiteten. Mit immer neuen Rohstoffen, beispielswiese aus Amerika und Indien, vergrößerten sich die Experimentierungsmöglichkeiten und Parfumherstellung wurde mehr und mehr ein eigenes Handwerk, das die Grundlage für den Lebensunterhalt liefern konnte. Der französische Hof und die Pariser High Society waren zu dieser Zeit die stilprägenden Instanzen und beeinflussten die Nachfrage nach Parfum entscheidend: Das Odeur des Parfums wurde erstmals dauerhaft dazu verwendet, den Körpergeruch zu überdecken. Ein neues Bewusstsein für Gerüche eröffnete der Parfumherstellung neue Dimensionen und führte in der Epoche der Aufklärung zu einer ersten Hochphase für Parfumhändler und Chemiker, die die Herstellungstechniken stetig verbesserten. In Köln entwickelte Johann Maria Farina aus Ölen von Zitrone, Orange, Bergamotte, Mandarine, Limette, Zeder und Pampelmuse sowie Kräutern ein Duftwasser, das zum prägenden Parfum des 18. Jahrhunderts wurde, nach seinem damaligen Wohnort „Eau de Cologne“ genannt. Mit dem Handel von Luxusgütern nahm auch die Parfumverbreitung weiter zu. In den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts brachte Stil-Ikone Coco Chanel das Damen-Parfum Chanel Nº 5 auf den Markt, das zum erfolgreichsten Damen-Parfum aller Zeiten wurde und noch heute zu den weltweit meistverkauften Parfüms gehört.

In der Gegenwart ist Parfum endgültig massentauglich geworden und eine Vielzahl unterschiedlicher Wettbewerber konkurriert um die Gunst der Konsumenten. Das Spektrum der Parfum-Richtungen ist enorm und die verschiedenen Düfte werden mit Kategorien wie aphrodisierend, euphorisierend, erdig, leicht-frisch, herb-würzig, rosenartig, schwer-intensiv oder warm/kalt Düfte klassifiziert. Besondere Einblicke aus der Perspektive des Experten gab Philip Birkholz zur Parfumstruktur, die man sich als Duftpyramide mit drei zentralen Komponenten vorstellen könne: Auf die breite Basisnote und deren kräftige und warme Aromen (bspw. Moschus, Vanille) folge die Herznote mit gehaltvolleren Duftnoten (blumig, süß, aromatisch), während die Kopfnote vor allem Frische verbreite. Je nach Intensität und Duftölanteil (in Prozent) unterscheide man zwischen Parfum (20-30%), Eau de Parfum (15-20%), Eau de Toilettes (5-10%) und Eau de Colognes (3-5%). Die sogenannten "orientalischen" Düfte sind von den warmen, sinnlichen Noten der Duftstoffe inspiriert, die ihren Ursprung im heutigen arabischen Raum haben. Diese vermitteln oft den Eindruck von Schwere, Würze, Opulenz und Süße. Primär gelte ein sehr süßer und recht schwerer Grundcharakter. Eine noch ausführlichere Einführung mit individueller Duftberatung bietet das Team der BIRKHOLZ Perfumebar in der Knesebeckstraße an. Alle Informationen finden Sie hier: https://www.birkholz-perfumes.com/de/

Zum Abschluss eröffnete sich die Gelegenheit für die zahlreich erschienen und sehr interessierten Gäste, sich in aller Ruhe mit verschieden Duftaromen vertraut zu machen und der eigenen Nase neue und aufregende Düfte zu präsentieren.   

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