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DAFG-Neujahrsempfang mit S.K.H. Prinz Turki Al-Faisal als Ehrengast

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DAFG-Neujahrsempfang 2013

Zu ihrem diesjährigen Neujahrsempfang lud die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. am 28. Januar 2013 in die BBAW – Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ein.

Ehrengast des Abends war S.K.H. Prinz Turki Al-Faisal bin Abdul-Aziz Al-Saud. Zahlreiche DAFG-Mitglieder, arabische Botschafter und Diplomaten, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie unsere Kooperationspartner sind der Einladung gefolgt.

DAFG-Präsident Dr. Otto Wiesheu begrüßte die Gäste und dankte dem Botschafter des Königreichs Saudi-Arabien, S.E. Prof. Dr. med. Ossama Abdulmajed Shobokshi, durch dessen Unterstützung und Vermittlung es der DAFG e.V. möglich war, S.K.H. Prinz Turki Al-Faisal bin Abdul-Aziz Al-Saud nach Deutschland einzuladen und als Ehrengast auf dem Neujahrsempfang zu gewinnen. Für die DAFG e.V. sei es eine Freude, dass die Festrede Seiner Königlichen Hoheit gleichzeitig den Auftakt der DAFG-Reihe „Politik im Dialog“ im neuen Jahr bilde.

S.E. Prof. Dr. med. Ossama Abdulmajed Shobokshi, Botschafter des Königreichs Saudi-Arabien, zeigte sich in seinem Grußwort erfreut über die positive Entwicklung der DAFG e.V. im sechsten Jahre ihrer Gründung und die erfolgreiche Arbeit für den deutsch-arabischen Austausch, die die Gesellschaft leiste. Insbesondere DAFG-Präsident Dr. Otto Wiesheu sowie DAFG-Vizepräsident Houssam Maarouf galt sein Dank für deren persönliches Engagement. Botschafter Shobokshi würdigte S.K.H. Prinz Turki Al-Faisal bin Abdul-Aziz Al-Saud als einen der bekanntesten Politiker seines Landes, der sich stets für den Austausch und das Verständnis zwischen Orient und Okzident im Allgemeinen und Saudi-Arabien und der westlichen Welt im Besonderen engagiere.

In seiner Festrede gab S.K.H. Prinz Turki Al-Faisal bin Abdul-Aziz Al-Saud zunächst einen Überblick über die historische Entwicklung der arabischen Nationen, die großenteils von Fremdherrschaft und Kolonialisierung geprägt gewesen sei und in der Folge zu sehr verschiedenen Regierungs- und Staatsformen mit sehr unterschiedlichen politischen Konzepten geführt habe. Saudi-Arabien, das eine eigene und unabhängige Entwicklung nahm und nie kolonialisiert wurde, nehme hier eine Sonderstellung ein. Dem Gründer des Königreichs Saudi-Arabien, König Abd al-Aziz ibn Saud, sei es gelungen, die verschiedenen Stämme auf dem größten Teil der arabischen Halbinsel zu vereinen und damit die Grundlagen für einen stabilen Staat zu legen. In einer Region, die in der post-kolonialen Phase von Instabilität und Konflikten geprägt war und immer noch ist, sei Stabilität und Ausgleich stets das Ziel saudi-arabischer Politik.

Das Königreich selbst stehe seit seiner Gründung vor der großen Herausforderung, einen modernen Staat aufzubauen und dabei seine Identität als islamisches Land mit den heiligen Stätten Mekka und Medina zu wahren. Der Weg der Modernisierung treffe auch innerhalb der Bevölkerung immer wieder auf Widersprüche. Während es den einen zu langsam voran gehe, würden sich Andere gegen einen zu schnellen Wandel aussprechen. Daher setze das Königshaus aber stets auf Dialog und Überzeugungsarbeit nicht auf Konfrontation. So verfolge Saudi-Arabien seinen eigenen, evolutionären Entwicklungsweg. Hier könne Saudi-Arabien nach wenigen Jahrzehnten bereits große Erfolge verbuchen. So sei das Land mittlerweile die größte Volkswirtschaft der Region, Mitglied der G20 und der weltgrößte Ölproduzent und -exporteur. Was die wirtschaftliche Entwicklung anbelangt, so sei es nun von grundlegender Bedeutung, durch weitere Diversifizierung die Unabhängigkeit vom Erdölsektor zu erreichen sowie die Infrastruktur, die Industrie und das Gesundheitswesen weiter voranzubringen. Hierfür arbeite man bereits an der weiteren Privatisierung und Dezentralisierung der Wirtschaft sowie an Wirtschaftsreformen hin zu mehr Transparenz und einem attraktiven Investitionsklima (z.B. wurde eine Anti-Korruptionsbehörde gegründet).

Auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene habe das Königreich wichtige Entwicklungen und Reformen vollzogen, z.B. beim Aufbau einer unabhängigen Justiz und der Modernisierung des Bildungssystems – insbesondere was den Zugang von Frauen zu Universitäten und zum Arbeitsmarkt anbelangt. Grundlegend für all diese Entwicklungen sei aber weiterhin die Sicherheit nach innen und außen durch regionale Einbindung und Kooperation.

Als Fazit hielt Seine Königliche Hoheit fest, dass Saudi-Arabien zwar schon große Erfolge auf seinem Weg zur Modernität verbuchen könne, das Königreich aber weiterhin „work in progress“ sei. Man verfolge ambitionierte Entwicklungsziele und wolle nicht nur vollständig den „Erste-Welt-Status“ erreichen, sondern einen Beitrag zum weltweiten Wohlstand leisten.

Im Anschluss an seinen Vortrag stand S.K.H. Prinz Turki Al-Faisal für eine Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung. Die Gespräche wurden dann beim anschließenden Neujahrsempfang im schönen Ambiente der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften fortgesetzt.

An diese Überlegungen knüpfte S.K.H. Prinz Turki Al-Faisal dann auch bei der von DAFG e.V. und Hanns-Seidel-Stiftung organisierten Diskussionsveranstaltung tags darauf in München an.


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