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Tunesien in der Corona-Krise

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Die Corona-Krise stellt auch die junge tunesische Demokratie und die seit Februar 2020 bestehende Regierung von Ministerpräsident Elyes Fakhfakh vor enorme Herausforderungen und wird gravierende sozio-ökonomische Folgen für das nordafrikanische Land haben. Es gelten Ausgangsbeschränkungen, internationale Flüge sind ausgesetzt und die Grenzen geschlossen. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. am 28. April 2020 das Webinar „Überlebt die arabische Demokratie Tunesien die Corona-Krise?“. Amel Saidane, Unternehmerin und Expertin für digitale Transformation, berichtete über die aktuelle Lage aus Tunis und diskutierte mit Christian Hanelt, Senior-Experte für Europa, Südliche Nachbarschaft und den Nahen Osten bei der Bertelsmann Stiftung, über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Tunesien. Moderiert wurde das Webinar von DAFG-Geschäftsführer Björn Hinrichs.

Die aktuelle Lage in Tunesien – ein Bericht aus Tunis

Amel Saidane, zugeschaltet aus Tunis, berichtete zunächst über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die tunesische Wirtschaft. Aktuell gehen Experten von einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von bis zu 10 Prozent aus. Viele kleine und mittlere Unternehmen werden diese Situation nicht überstehen, so die tunesische Entrepreneurin. Insbesondere sei der wichtige Tourismussektor zum Erliegen gekommen und man erwarte einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit und Armut. Die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen sei aber im internationalen Vergleich relativ niedrig und die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz von der Bevölkerung weitestgehend akzeptiert.

Saidane bezeichnete die Krise aber auch als Weckruf, der klar mache, dass es wichtig sei, die Digitalisierung in den Bereichen Wirtschaft, Governance und Bildung weiter voranzutreiben. Es bestehe die Hoffnung, dass man aus der Krise lernen und Digitalisierungsprozesse beschleunigen werde. Momentan gebe es bereits vielversprechende Entwicklungen, beispielsweise im Bereich Digital Payment für hilfsbedürftige Menschen. Außerdem sei eine bessere Vernetzung der verschiedenen Stakeholder in Wirtschaft und Gesellschaft zu beobachten. In diesem Zusammenhang fänden auch Gespräche zwischen Digitalisierungsexperten und dem tunesischen Digitalministerium statt, um das aktuelle Momentum der digitalen Transformation auch nach der Corona-Krise fortzusetzen. Es gebe eine große Welle von Solidarität und Tatendrang. So seien bereits Hackathons durchgeführt worden, um Lösungen für die Krise zu finden und Ideen und Projekte zu vernetzen. Digitaler Unterricht an Schulen sei allerdings bisher nicht flächendeckend und für alle Schüler möglich, sodass das Schuljahr bereits frühzeitig beendet wurde.

Corona verstärkt die strukturellen Herausforderungen Tunesiens

Christian Hanelt skizzierte zunächst die positiven Entwicklungen in Tunesien seit Beginn der Transition. Seit 2011 unterstützten Deutschland und Europa die Transitionsprozesse in Tunesien intensiv in allen Bereichen. In der jetzigen Krise stünden die EU und Ihre Institutionen sowie der Internationale Währungsfond dem nordafrikanischen Land finanziell zur Seite.

Als positive Entwicklungen nannte Hanelt u.a. die verfassungsrechtlich verbrieften Freiheiten, freie und faire Wahlen und die damit verbundene Demokratie sowie eine starke Zivilgesellschaft, die sich auch in der momentanen Corona-Situation als sehr robust erweise. Auch der starke Familienzusammenhalt mache sich in der Krise bezahlt. Des Weiteren hob er u.a. die Regionalisierungsprozesse in Tunesien, die durch Kommunalwahlen angestoßen wurden, sowie die enge Verknüpfung mit der EU und dem EU-Binnenmarkt und das internationale Engagement des Landes hervor.

Trotz vieler positiver Entwicklungen bestünden nach wie vor große strukturelle Herausforderungen, die sich durch die negativen Folgen der Corona-Krise zu verstärken drohen. Dies betreffe u.a. die hohe Staatsverschuldung und Inflationsrate sowie defizitäre Sozialkassen. Während Tunesien bereits 25 Prozent des Staatsbudgets für Schuldendienste ausgebe, gehen tunesische Forschungsinstitute davon aus, dass die Schuldenlast durch die COVID-19 Pandemie noch einmal um 25 Prozent steigen werde. Durch die Krise komme es zu großen Auftrags- und Jobverlusten im Tourismus und in der Exportproduktion. Die Arbeitslosigkeit könne vor diesem Hintergrund auf 35 Prozent ansteigen, mit großen sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Da sehr viele Menschen im Land im informellen Sektor und als Tagelöhner arbeiteten, seien sie durch den Lockdown besonders stark betroffen. Durch die Lage in Italien, Frankreich und Spanien werde es außerdem zu einem Rückgang von Rücküberweisungen tunesischer Arbeitskräfte und Migranten kommen. Durch die enge wirtschaftliche Verflechtung mit der EU werde sehr viel davon abhängen, wie die Eurozone aus der Corona-Krise herauskommt. Es werde durch die verflochtenen Lieferketten große Probleme in Tunesien gebe, wenn die wirtschaftliche Produktion in Europa lange stillsteht.

Slider-Foto: © TristanPict, “Tunis”, CC BY 2.0

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