DAFG

Spendenaufruf für Erdbebenopfer in Syrien

Wir sind zutiefst schockiert von der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Syrien und der Türkei. Unser tiefstes Mitgefühl

 ...
DAFG

Neujahrsempfang 2023

Erstmals seit 2020 – bedingt durch die COVID-19-Pandemie – konnte im Anschluss an die Mitgliederversammlung am  9.

 ...
DAFG

Mitgliederversammlung 2023

Am 9. Januar 2023 konnte die Mitgliederversammlung der DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. erstmals

 ...
DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

Kalligrafie-Workshops für Schülerinnen und Schüler

Von ersten Schwungübungen bis hin zu Wörtern und Sätzen: 100 Schülerinnen und Schüler der Salzmannschule in

 ...
DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

al musiqa: Arabischer Jazz

Arabischer Jazz – bei dem Stichwort denken viele zuerst an bekannte Namen wie Anouar Brahem oder Ziad Rahbani und die

 ...

Gedanken eines bewegten Lebens – Der irakische Dichter Abdulkareem Kasid liest in der DAFG

1 von 12

Abdulkareem Kasid und Meriam Abbas

Dichtung und Kultur sind keine Schlagworte, die man momentan mit dem Irak in Verbindung bringt. Prof. Dr. Haase, ehemaliger Direktor des Museums für Islamische Kunst in Berlin und Mitglied des DAFG-Beirats, bezweifelte in seiner Begrüßung zu einer gemeinsam von DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. und Bagdad-Forum für Kultur und Kunst e.V. organisierten Veranstaltung, ob die hiesigen Medien uns einen wirklichen Einblick in das alltägliche Leben im Irak böten. Umso mehr begrüßte er die Gelegenheit, einmal eine andere Sicht auf das Land zu gewinnen, indem man einen der Spezialisten und Meister des Wortes zu Wort kommen lasse: den emigrierten irakischen Dichter Abdulkareem Kasid.

 Prof. Dr. Haase erinnerte an die großen deutschen Dichter, die heute „jeder kennt und keiner liest“. Demgegenüber stehe der lebendige Umgang mit Poesie in der arabischen Welt, in der momentan stärker als zuvor ein Bedürfnis nach Ausdruck herrsche. So wisse beispielsweise kaum jemand hierzulande, dass sich auf dem (auch dort existierenden) Tahrir-Platz in Bagdad Menschen träfen, um über Gedichte zu diskutieren.

 Ibrahim Sharif, Vertreter des irakischen Kulturvereins Bagdad Forum für Kultur und Kunst e.V., lud in seiner Begrüßung das Publikum nachdrücklich dazu ein, diese Veranstaltung dazu zu nutzen, um sich mit dem Dichter und den anderen Gästen über irakische Kunst und Kultur auszutauschen. Er stellte den Gegensatz zwischen „Dichtung und Wahrheit“, zwischen den kulturellen Ausdrucksformen emigrierter irakischer Künstler und der Realität im Irak in den Raum und freute sich, dass das Interesse an Poesie und Kultur so viele Menschen zusammengebracht habe.

 Abwechselnd mit der irakisch-stämmigen Schauspielerin Meriam Abbas, die jeweils die deutsche Fassung las, trug Abdulkareem Kasid dann seine Gedichte vor. Abbas‘ Erfahrungen aus zahlreichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen, z.B. am Wiener Burgtheater, waren dabei nicht zu überhören. Die gemeinsame energetische Lesung rief immer wieder Applaus und begeisterte Zurufe aus dem Publikum hervor.

 Insbesondere Kasids Epigramme sorgten für Humor („Als der Kaiser sein Volk nackt sah, sprach er: „Oh wie hübsch ist das Volk in seiner prachtvollen Kleidung!“). Nachdenklich gestimmt wurde das Publikum durch seine Sicht auf den Irak als verletzten „Löwe(n) von Babylon“ und mit „Sarabad“, einem Gedicht über eine unerreichbare Fantasiestadt, deren Name sich aus „sara“, dem arabischen Wort für Fata Morgana, und „-abad“, einer Bezeichnung aus dem persischen Raum für Stadt, zusammensetzt.

 In der anschließenden Diskussion gab es Gelegenheit für die Gäste, sich über die Inhalte der Gedichte und über die Situation der Kultur und Kulturschaffenden im Irak auszutauschen.

Untenstehend finden Sie eine Kostprobe der Lesung:


Der Löwe von Babylon

Ein paar Meter entfernt vom Fluss
Thront der Löwe von Babylon.
Um ihn herum keine Terrassen, keine Kinder
Keine Gärten und keine Türme.
Wenn die Menschen an ihm vorbeigehen
Und ihn nicht einmal beachten,
Schüttelt er betrübt den Kopf
Und wiederholt einen Satz,
Den niemand hört;
Und auch wenn ihn jemand hört, nimmt ihn keiner wahr:
"Ich bin der Löwe von Babylon
ICH bin der Löwe von Babylon.“

 

Die Protagonisten des Abends

Der Dichter Abdulkareem Kasid wurde 1946 in der südirakischen Stadt Basra geboren und studierte Philosophie in Damaskus und Übersetzung und Englische Literatur in London. Nach seiner Flucht aus dem Irak 1978 lebte er in Kuwait, Syrien und dem Jemen, wo er als Herausgeber des jemenitischen Kulturmagazins New Yemeni Culture arbeitete. Heute lebt er in London, England. Seine Werke wurden ins Französische und Englische übersetzt und in Anthologien arabischer Dichtung aufgenommen („The First Anthology Of Translated Arabic Poetry, 1987, Columbia University Press; „Iraqi Poetry Today“, 2003, King’s College, London). Neben Gedichten schreibt er auch Theaterstücke und Romane.

Die Schauspielerin Meriam Abbas wurde 1970 in Bagdad geboren und wuchs ab dem zwölften Lebensjahr in Berlin auf. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie am Mozarteum in Salzburg. Sie wirkte in zahlreichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen mit, z.B. am Wiener Burgtheater oder im Film „Nachtgestalten“ (1999) von Andreas Dresen.

 

 

Termine

Februar 2023
29 30 01 02 03 04 05
06 07 09 10 11 12
13 14 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 01 02 03 04 05
Februar 2023
29 30 01 02 03 04 05
06 07 10 11 12
13 14 15 16 18
20 21 22 23 24 25 26
27 28 01 02 03 04 05
DAFG, Online

Topographien von Flucht und Vertreibung - Narratives of Displacement

15 February 2023, 6 p.m.
Online Event via Zoom

Last fall‘s exhibition at the University of Würzburg,

 ...
Online

EU Strategic Toolbox Talk

Thursday, 9 February 2023, 5 to 6.15 pm CET
Online

Green partnership agreements with the EU’s

 ...
Berlin

Ideologien in der Krise – was sind die Alternativen?

17. Februar 2023, 19 Uhr
Forum Factory, Besselstr. 13-14, 10969 Berlin-Kreuzberg

Für ein Jahrzehnt

 ...
Berlin

AlliiertenMuseum: Offene arabische Führung

19. Februar 2023, 11:00 bis 12:00 Uhr
AlliiertenMuseum, Clayallee 135,14195 Berlin

Das

 ...