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"Einblicke": Das Museum für Islamische Kunst

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„Das größte und innovativste Museum Islamischer Kunst“ – so beschrieb Prof. Dr. Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin die Zukunftsvision für sein Haus im Rahmen der DAFG-Vortragsreihe „Einblicke – Berliner Museen stellen sich vor“ am 21. Januar 2021. In seinem Vortrag „The Museum für Islamische Kunst at the Pergamon Museum: From the Ivory Tower to the Centre of Our Society“ warf er nicht nur einen Blick zurück auf die Geschichte des Museums, sondern erlaubte den vielen internationalen Zuschauern einen exklusiven Ein- und Ausblick auf die Umgestaltung des Hauses im Rahmen des „Masterplans Museumsinsel“.

Es sind ehrgeizige und vielleicht auch ungewöhnliche Ziele, die sich Weber und sein engagiertes Team gesetzt haben. Doch wie DAFG-Vizepräsident, ehemaliger Direktor des Museums für Islamische Kunst und Moderator des Abends, Prof. Dr. Claus-Peter Haase, in seinem kurzen Grußwort betonte, bringt Prof. Weber für ein solches Projekt die richtigen Voraussetzungen mit. „Er ist ein wundervoller Nachfolger. Er macht alles komplett anders, öffnet neue Türen und Fenster und gestaltet das Museum als flexible Institution, die sich der Gesellschaft öffnet.“

Dass Museen und vor allem das Museum für Islamische Kunst kein elitärer Ort der Wissenschaft und Forschung sein soll, sondern ein Ort des gesellschaftlichen Miteinanders und Auseinandersetzung ist Prof. Weber besonders wichtig und der zentrale Gedanke des Museumskonzeptes. Das Museum für Islamische Kunst ist in den deutschsprachigen Ländern das einzige seiner Art und gehört neben dem in Kairo zu den ältesten seiner Art. Kernstücke der Sammlung sind die beeindruckende Fassade des Palastes von Mschatta – ein offizielles diplomatische Geschenk des omanischen Sultan Abdülhamid II.  für das Museum, sowie eine der ältesten erhaltenen Gebetsnischen aus Konya und das sogenannte „Aleppo Zimmer“, dessen aufwendige Wandvertäfelung von einer christlichen Familie zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Auftrag gegeben wurde. Schon diese drei Objekte zeigen: „Islamische Kunst“ definiert sich nicht als rein religiöse Kunst, sondern ist durch den Zeitraum und die Region bestimmt und umfasst nicht nur Objekte aus islamisch geprägten Gebieten, sondern auch Kunst, Kunsthandwerk und Objekte der in diesen Gebieten lebenden christlichen und jüdischen Gemeinschaften.

Verbindungen und transregionale Einflüsse aufzeigen

Ob religiös oder profan, vielen Objekten des Museums ist aber eines gemeinsam: Sie sind weit gereist, oft schon im 15. oder 16. Jahrhundert nach Europa gekommen und damit ein deutlicher Beweis darauf, dass schon immer Verbindungen zwischen islamisch geprägten Gesellschaften und Europa bestanden. Islamische Kunst wurde schon damals geschätzt, bewundert und gesammelt und war somit Teil der europäischen Kultur. Diese Verbindungen und transregionalen Einflüsse im Museum aufzuzeigen ist Prof. Webers erklärtes Ziel. Was 1932 mit dem Umzug der Sammlung islamischer Kunst vom Bode-Museum zum Pergamon Museum begann, und mit der Vereinigung der zwei durch die Teilung Deutschlands entstanden separaten Sammlungen aus Ost- und West-Berlin fortgeführt wurde, möchte Weber mit der Umgestaltung des Museums nun vollenden: Im Museum sollen die Besucher und Besucherinnen erfahren, dass Islamische Kunst als gleichberechtigter Teil der Geschichte des Nahen Ostens neben der Kunst und Architektur der Antike, Persiens oder Byzanz steht und dementsprechend Einfluss auf die europäische Kultur nahm.

Immersiv, synästhetisch, innovativ: das neue Konzept des Museums

Schon allein das neue Raumkonzept des Museums für Islamische Kunst, das bis 2026 umgesetzt sein soll, zeigt dies. Mit dem Neubau des vierten Flügels steht dem Museum zukünftig für eine Epoche schon so viel Platz zu Verfügung wie zurzeit die gesamte Sammlung einnimmt. Die Präsentation der Objekte soll dann, so Weber, immersiv, innovativ und synästhetisch sein. Kurze Begleittexte machen Informationen schnell und einfach zugänglich, spezielle Stationen für Familien sollen auch für die jungen Besucher und Besucherinnen das Museum interessant und attraktiv machen. Die Objekte werden dabei immer in ihren Kontexten präsentiert.  Eine aus der Alhambra stammende Kuppel wird beispielweise einen eigenen Raum erhalten, in dem die Besucher und Besucherinnen die Atmosphäre der Gärten der Alhambra nachspüren können – sowohl akustisch als auch olfaktorisch mit Hilfe der im Garten der Alhambra vorherrschenden Gerüche. Die durch die Covid-19 Pandemie bedingten Schließung des Museums für den Publikumsverkehr nutzen Weber und sein Team, um mit neuen Präsentationsmöglichkeiten zu experimentieren. Eine Idee wird zurzeit getestet: Da aus konservatorischen Gründen natürlich das Berühren der alten Teppiche nicht möglich ist, wird das Muster eines Teppichs in Punkte und diese wiederum in eine Lochkarte gestanzt mit der dann der Teppich und das Design akustisch „hörbar“ wird.

Internationale Zusammenarbeit verstärken

Doch das Team um Prof. Weber nutzt die Zeit des Lockdowns nicht nur zur Entwicklung des Ausstellungskonzepts. Ein wichtiges Arbeitsfeld des Museums ist auch die internationale Kooperation, die trotz aller Reisebeschränkungen weiter ausgebaut wird. Beispielhaft sind hierfür die Sawa Museum Academy, die in Kooperation mit der Sharjah Museums Authority, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) und dem Goethe-Institut Golfregion junge arabische und deutsche Museumsmitarbeiter für Austausch und Fortbildung zusammenbringt.

Museen können auch in Krisen eine wichtige Rolle spielen, wie ein zweites Projekt des Museums demonstriert. Das Syrian Heritage Project sammelt, dokumentiert und digitalisiert Informationen über das materielle und immaterielle Kulturerbe Syriens, das durch die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört und bedroht wird. Mit den Informationen leistet das Museum für Islamische Kunst einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der syrischen Kulturgüter leistet.

Ohne Oud kein Elvis: Aktiv gegen Populismus und Extremismus

Doch damit nicht genug: Professor Weber sieht die Verantwortung des Museums nicht nur im Kulturerhalt, sondern definiert seine Rolle in der Gesellschaft aktiv. In Zeiten von Islamophobie, islamistischem Extremismus und rechtsextremen Populismus hält das Museum, so Weber, den populistischen Parolen reale Gegenstände, Fakten entgegen. Das Museum für Islamische Kunst erzählt die Geschichte der Objekte und diese ist meist eine der „Verbindungen, Beziehung und Zusammenhängen“ wie Weber betonte. Die Objekte stehen nicht isoliert, sondern sind Teil eines durch Migration und Handel vorangetriebenen beständigen Transfers von Wissen und Techniken zwischen den Kulturen. Islamische Kunst und Kultur war, so Weber, schon Teil der mittelalterlichen Kultur nördlich der Alpen. Ob Falknerei, Schach oder Musikinstrumente wie die Oud, aus der sich die Gitarre entwickelte – Kulturtechniken, Objekte und Wissen reiste zwischen der Islamischen Welt und Europa hin und her, beeinflussten sich gegenseitig. So kam die Rabab, die arabische Vorform der Geige, nach Europa um dann wiederum als europäische Geige wichtiger Bestandteil klassischer arabischer Musik zu werden. Es ist dieses Sichtbarmachen der Verbindungen zwischen den Kulturen und ihre unmittelbare Relevanz für die eigene Identität, dass Weber zur zentralen Aufgabe des Museums macht. „Ohne arabische Oud kein Elvis“, so Weber.

Um diese Botschaft auch in die Gesellschaft zu tragen, arbeitet das Museum mit Schulen, Moscheen  und Jugendklubs zusammen. Das TAMAM Projekt fördert in Kooperation mit Moscheegemeinden die kulturelle Teilhabe junger Muslime und Musliminnen. Das Projekt Multaka – Treffpunkt Museum  wiederum, das das Museum zusammen mit dem Vorderasiatischen Museum, dem Bode Museum und dem Deutschen Historischen Museum umsetzt, werden Geflüchtete oder Einwanderer syrischem oder irakischem Hintergrund zu Museum Guides ausgebildet, die dann Führungen in ihrer Muttersprache anbieten. Das Projekt läuft mittlerweile seit sechs Jahren erfolgreich und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Es sind vor allem auch diese Projekte, die das Museum für Islamische Kunst so außergewöhnlich machen und die zeigen das erfolgreiche Museumsarbeit nicht auf die Mauern des Museums beschränkt sein muss. „Museen können Dinge verändern“, ist Weber überzeugt, wenn sie den Elfenbeinturm verlassen und sich mehr in die Mitte der Gesellschaft bewegen. Eine Überzeugung, die auch das internationale Publikum des Vortrags teilte, wie das große Interesse und die vielen interessierten Nachfragen an Professor Weber dokumentierten.

Auch der nächste Vortrag der Reihe wird sich mit den Aktivitäten des Museums für Islamische Kunst beschäftigen. Dann werden Rasha Kanjarawi und Miriam Kurz in ihrem Vortrag „Beyond the Museum Walls: The Syrian Heritage Initiative and Outreach Education for a Shared Future at the Museum für Islamische Kunst“ beispielhaft zwei große Forschungs- und Outreach-Projekte des Museums vorstellen.  

Mehr Informationen zum nächsten Vortrag und der Reihe finden Sie hier.

 

 

 

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