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„What does it mean to be labelled a refugee?“

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Labels – als Oberbegriffe, die bestimmte Bevölkerungsgruppen und dabei insbesondere Minderheiten kategorisieren – sind in einem gesellschaftlich-sozialen Kontext oft das Abbild von asymmetrischen Machtverhältnissen und Vorurteilen, und werden dabei sowohl unbewusst als auch  gezielt angewendet. Exemplarisch dafür kann der Flüchtlingsbegriff angesehen werden, der als Label verschiedene Funktionen und Bedeutungen annimmt und die Vielschichtigkeit von „Labelling“-Prozessen unterstreicht. In ihrem Vortrag „What does it mean to be labelled a refugee?“ am 14. März 2019 präsentierte Dr. Rasha Alkhadra anhand von zahlreichen Alltagsbeispielen ihre persönliche Perspektive und Erfahrungen mit dem Flüchtlingslabel und referierte zu den Konsequenzen, Vor- und Nachteilen, die dieses im Alltag auf verschiedenen Ebene und Bereichen nach sich zieht. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Jour Fixe-Reihe in der DAFG-Geschäftsstelle statt.

Vor ihrer Ankunft in Deutschland arbeitete Dr. Rasha Alkhadra als Zahnärztin in Syrien und lebt seit 2016 in Berlin, wo sie momentan als Youtuberin in ihrem Vlog „Rasha and Life“ von ihrem Leben in Deutschland berichtet. Zudem ist sie als Kulturjournalistin tätig und unterrichtet Workshops zu Themen wie Identität, interkulturelle Kommunikation oder Rassismus. An der zweiten Staffel des deutsch-syrischen Podcasts „Syrmania“ war sie als Moderation beteiligt und im Februar 2018 auch bereits Gast bei der DAFG e.V., um über das Syrmania-Projekt und die syrische Community in Deutschland zu sprechen. Des Weiteren war Dr. Alkhadra im letzten Jahr Teil der Jury des von der Berliner Senatskanzlei ins Leben gerufenen Preises „#FARBENBEKENNEN“.

Der Flüchtlingsbegriff dient vordergründig einer bürokratischen-rechtlichen Kategorisierung und hat so einen organisatorischen Zweck, vollzieht aber zugleich durch die Anwendung im gesellschaftlichen Diskurs eine Politisierung, die den mehrdeutigen Charakter des Labels (und von Labelling-Prozessen im Allgemeinen) hervorhebt. Schon bei der Ankunft in Deutschland, so Dr. Alkhadra, bekomme man zuerst eine Nummer und das dazugehörige Plastikband, das den Flüchtlingsstatus deutlich nach außen signalisiere und als klares Symbol der Unterscheidung fungiere. Die Stigmatisierung als Außenstehende setze sich durch die Praxis von Institutionen, aber auch das Verhalten von Individuen durchgängig fort und sei im Fall von Geflüchteten aufgrund von deren besonderer Vulnerabilität umso folgenreicher, da Flüchtlingen oft die Plattform und auch generelle hierarchische Position fehle, um dies angemessen zu adressieren.  

„Labelling“ sei so in ihrem Alltag allgegenwärtig, führte Dr. Alkhadra aus: in der Schule, bei den Hobbyaktivitäten der Kinder, auf dem Arbeitsmarkt oder beim Dating. Oft werde sie damit konfrontiert, dass sie nicht im Voraus gefassten Vorstellungen von Flüchtlingen entspreche oder direkt als „Ausnahme“ abgestempelt werde. Dabei hob sie auch hervor, dass eine Anerkennung als Flüchtling natürlich auch gewisse Vorteile und Privilegien mit sich bringe, wie beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt. Als Flüchtling sei man dort einerseits privilegiert, da es viele Angebote gebe, die spezifisch für Flüchtlinge  ausgeschrieben seien. Doch andererseits werde man so vom regulären Arbeitsmarkt abgeschnitten. Die konstante Reduzierung der eigenen Identität auf den Status als Flüchtling sei ein Problem, das sowohl auf persönlicher als auch auf kollektiver Ebene Kommunikation und Annäherung erschwere.  Man solle vielmehr bestmöglich versuchen, jeder Person als Individuum zu begegnen und sich auf Gemeinsamkeiten anstatt Unterschiede zu konzentrieren, argumentierte Dr. Alkhadra. Workshops zu interkultureller Kommunikation, die von Flüchtlingen besucht werden, sollten vermehrt auch von deutschen Staatsbürgern besucht werden, um gegenseitiges Verständnis und das Miteinander zu fördern.

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