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Yalla Musiqa! Workshop mit dem Husam Al-Ali Ensemble

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„Yalla Musiqa!“ hieß es am 7. November 2018 in der DAFG – Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft e.V. Zusammen mit der Qatar Foundation International (QFI) hatte die DAFG e.V. zu einer interaktiven Einführung in die arabische Musik eingeladen. Mitglieder und Interessenten hatten die Gelegenheit, die klassisch-arabische Musik näher kennenzulernen — hautnah, interaktiv und ohne störende Bühne. Das sechsköpfige Husam Al-Ali Ensemble stellte an diesem Abend nicht nur die wichtigsten Instrumente und Elemente der klassisch-arabischen Musik vor und begeisterte die Gäste mit seinem musikalischen Können, sondern lud auch dazu ein, gemeinsam zu singen und musizieren.

Von Oud bis Gesang – ein Überblick über die wichtigsten Elemente klassisch-arabischer Musik

Nach einer kurzen Begrüßung durch DAFG-Geschäftsführer Björn Hinrichs stand dann für den Rest des Abends die Musik im Mittelpunkt. Oud-Spieler Wassim Mukdad stellte kurz und verständlich das zentrale Instrument der klassisch-arabischen Musik vor, die grammatikalisch korrekt „der“, doch meist „die“ Oud genannte Kurzhalslaute. Mit ihrem gewölbten Klangkörper aus Holz und einem bundlosen Steg ist sie das zentrale Instrument in jedem klassisch-arabischen Ensemble. In einem beeindruckenden Solo präsentierte dann Wassim Mukdad nicht nur die große musikalische Ausdruckskraft des Instruments, sondern auch die ganze Bandbreite seines Könnens. Mit Perkussionist Hatem Al-Batta und der kleinen Rahmentrommel „Riq“ kam dann das für die arabische Musik so wichtige Element der Rhythmik hinzu. Nach und nach präsentierten die restlichen Ensemblemitglieder ihre Instrumente: So stellte Valentina Bellanova die Nay, eine Bambusflöte ohne Mundstück, vor, während Shingo Ali Masuda das komplizierte, zitherähnliche Qanun meisterhaft vorführte. Mit Geiger Alexey Kochetkov und schließlich Sänger Husam Al-Ali vervollständigte sich dann das „Takht“ – das klassische arabische Ensemble.

Gemeinsam begeisterten die sechs Musiker die Gäste mit Liedern der „Grande Dame“ der klassisch-arabischen Musik, Umm Kulthum. Dazwischen erklärten die Musiker immer wieder charmant und kenntnisreich die wichtigsten Begriffe klassisch-arabischer Musik von „Maqam“ – die in Viertelschritten aufgeteilten Tonart – bis zur Rhythmik.

Die Neugier auf arabische Musik wecken

Aber der Titel der Veranstaltung „Yalla Musiqa!“ war nicht zufällig gewählt: Es war eine Aufforderung an die Zuhörer, nicht nur passiv die Musik zu genießen, sondern aktiv arabische Musik auszuprobieren und am eigenen Leib zu erfahren. Und so gaben Wasim Mukdad und Husam Al-Ali dem Publikum nicht nur einen Schnellkurs in Rhythmik, sondern brachten allen auch die Chorstrophe des Liedes „Emtaz Zaman“ bei – auf Arabisch natürlich! Zusammen wurde gesungen, geklatscht und musiziert. Eine begeisternde Erfahrung für viele Zuhörer, die neugierig auf mehr machte und damit genau ihr Ziel erreichte. Denn „Yalla Musiqa!“ ist Teil einer längerfristigen Kooperation zwischen der QFI und der DAFG e.V., die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Neugier auf die arabische Kultur zu wecken. Dabei steht das Ausprobieren, das Erfahren von Sprache und Kultur mit allen Sinnen im Mittelpunkt. QFI setzt dies schon seit einigen Jahren erfolgreich in den USA, Kanada und England um, fördert in Kooperation mit Schulen und Organisationen den interkulturellen Austausch mit der arabischen Welt durch Lernplattformen, die Entwicklung von Lehrmaterial und Fortbildungen für Arabischlehrer. Der DAFG e.V. stellt QFI 2018/19 bis zu 10.000 Euro zur Verfügung, um in drei interaktiven Kulturveranstaltungen den interkulturellen Dialog zu fördern.

Arabische Musik internationalisieren - Menschen für die arabische Musik gewinnen

Der „Yalla Musiqa!“ Abend mit dem Husam Al-Ali Ensemble war dafür der perfekte Auftakt, denn der Sänger und Gründer des Ensembles Husam Al-Ali ist nicht nur ein bekannter syrischer Musiker, sondern auch ausgebildeter Musikpädagoge. Mit seinem Ensemble verbindet ihn vor allem auch der Wunsch, das Publikum mit ihrer spürbaren Begeisterung für die klassisch-arabische Musik anzustecken. Dabei versteht sich das multikulturelle Ensemble nicht nur als Botschafter klassisch-arabischer Musik auf höchstem Niveau. Es hat auch eine weitere Mission: Mit ihren Auftritten möchten die Musiker die arabische Musik internationalisieren und beweisen, dass sie nicht nur arabischen Zuhörern und Musikern zugänglich ist. Wer sich darauf einlässt, so die Botschaft des Ensembles, kann sich der Faszination kaum entziehen. Ob die italienische Nay-Spielerin Valentina Bellanova, der russische Geiger und Musikproduzent Alexey Kochetkov oder der japanische Qanun Spieler Shingo Ali Masuda – sie alle sind nicht mit arabischer Musik aufgewachsen, haben sich ungewohnte Vierteltonschritte, für das ungeübte Ohr kaum unterscheidbare Tonarten und herausfordernde Instrumente aus Begeisterung für die arabische Musik erarbeitet.

Eine Begeisterung, die den Musikern gelingt auch dem Publikum spürbar und erfahrbar zu machen und die noch lange nach dem Musikabend nachklingt: Viele der Gäste nutzten die Gelegenheit, die von Oudbauer Mohamed Khoudir zur Verfügung gestellten Instrumente einmal selber auszuprobieren und sich mit den Musikern auszutauschen.

Es war ein gelungener Abend und vor allem ein gelungener Auftakt der Kooperation zwischen QFI und der DAFG e.V. die mit zwei weiteren, ähnlich interaktiven Kulturveranstaltungen 2019 fortgesetzt werden soll.

Die Veranstaltung wurde durch die Unterstützung und Finanzierung der Qatar Foundation International (QFI) ermöglicht. QFI engagiert sich für eine vielfältige, globale Gemeinschaft von Lernenden und Pädagogen und fördert interkulturelle Verbindungen durch die Erforschung der arabischen Sprache und Geschichten, Kulturen und Völker der arabischen Welt in schülerzentrierten Lernumgebungen. QFI hat seinen Hauptsitz in Washington, DC und ist Mitglied der Qatar Foundation (QF). Um mehr über die QFI zu erfahren, besuchen Sie bitte: www.qfi.org

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