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Podiumsdiskussion zum 10. Arab Youth Survey

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Jugendliche unter 24 Jahren stellen die mit Abstand größte demographische Gruppe in der arabischen Welt dar. Dies birgt zum einen immenses Potential für die zukünftige Entwicklung der Region, stellt jedoch ebenso Regierungen und Entscheidungsträger vor große Herausforderungen. Daran anschließend hat sich die jährlich von der Agentur ASDA’A Burson Marsteller herausgegebene Studie „Arab Youth Survey“ das Ziel gesetzt, die Hoffnungen und Ängste der Jugendlichen, ihre Ziele, Stimmungen und Einschätzungen abzubilden und empirisch aufzubereiten. Insbesondere der Wunsch nach stabilen Lebensverhältnissen und wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten steht dabei im Vordergrund.

Anlässlich der Veröffentlichung des bereits zehnten Arab Youth Survey richtete die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. in Kooperation mit ASDA’A Burson-Marsteller und der Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Podiumsdiskussion „Investing in Arab Youth - Fostering Responsible Leadership" am 6. November 2018 aus. Auf dem Podium diskutierte der CEO von ASDA’A Burson Marsteller und Schirmherr des Reports, Sunil John, mit dem Botschafter der VAE in Deutschland, S.E. Ali Al Ahmed, dem Mitglied des Deutschen Bundestages (CSU), Alexander Radwan, und der Unternehmerin Elissa Freiha, die Ergebnisse des Reports sowie die Chancen und Risiken der demographischen Zusammensetzung in der Region. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der Botschaft der VAE statt. Es moderierte Santo Pune, Managing Director von Burson Cohn & Wolfe. 

Sehnsucht nach Stabilität, Sicherheit und Wohlstand

Nach Grußworten vom Gastgeber des Abend, S.E. Ali Al Ahmed, und DAFG-Vizepräsident Houssam Maarouf, stellte Sunil John nicht nur die primären Erkenntnisse der zehnten Ausgabe des Arab Youth Survey vor, sondern blickte zudem auf die Dekade seit Veröffentlichung des ersten Reports im Jahre 2008 zurück, deren prägende Ereignisse der sogenannten „Arabische Frühling“ sowie der Aufstieg und Niedergang des Islamischen Staats gewesen seien. Die arabische Jugend dürfe man keinesfalls pauschal als Block betrachten, vielmehr hebe die Studie Jahr für Jahr die innerregionalen Unterschiede hervor. Der Report unterscheidet daher zwischen drei geographischen Räumen: Golf-Region (GCC), Levante und Nord Afrika. Während generelle Zukunftsperspektiven in der Levante eher negativ eingeschätzt würden, werde dies in der Golf-Region deutlich positiver gesehen. Für den aktuellen Report wurden 3.500 persönliche Interviews mit Personen aus 16 Staaten im Alter von 18-24 Jahren geführt. Im Blick auf die nächsten zehn Jahre konstatierte John, dass vor allem der Wunsch nach Stabilität, Sicherheit, qualitativ-hochwertiger (Aus-)Bildung und gutbezahlten Jobs im Vordergrund stehe, während Terrorismus, Arbeitslosigkeit und Korruption die meisten Sorgen bereiten würden. Zudem sei es bemerkenswert, dass Religion zwar für die große Mehrheit der Befragten ein zentraler Bestandteil ihrer persönlichen Identität sei, jedoch ihnen zufolge eine zu große gesellschaftliche Rolle einnehme.

VAE als Vorzeigemodell? 

Zum bereits wiederholten Male wurden die Vereinigten Arabischen Emirate als ein Vorzeigeland in der Region eingeschätzt, dass insbesondere im Privatsektor große Chance auf berufliche Entfaltung und wirtschaftliche Prosperität biete. S.E. Ali Al Ahmed, begründete dies vor allem damit, dass das „VAE-Modell“ zwar von innen heraus gewachsen, aber die rapide Entwicklung seit den 1970er Jahren ohne externe Hilfe nicht möglich gewesen sei. Als primäre Triebfedern benannte er zudem die massiven Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie die wirtschaftliche Liberalisierung und kontinuierliche Stärkung der Privatwirtschaft.

Digitalisierung und Unternehmertum als Chance

Des Weiteren hebt die Studie den stetig wachsenden Einfluss der Digitalisierung hervor. Elissa Freiha, Unternehmerin und Angel-Investorin, kehrte nach ihrem Studium in Paris in die VAE zurück, um dort ihre Investment-Plattform Womena zu gründen. In der Digitalisierung und dem zunehmenden Unternehmergeist sieht sie die größten Chancen für junge Menschen, sich regional und weltweit zu vernetzen, um auf diesem Wege nicht nur neue Ideen zu entwickeln, sondern das dafür notwendige Kapital zu akquirieren und Projekte umzusetzen. Diesbezüglich gehe es aber insbesondere darum, bürokratische Vorgänge weniger kompliziert zu gestalten sowie generationsbedingte Stereotype abzubauen. Eltern wünschten sich vor allem die Sicherheit von Jobs im öffentlichen Sektor für ihre Kinder, während Unternehmertum jedoch oft Risiko bedeute. Nichtsdestotrotz habe der Erfolg von Start-Ups wie dem Transport-Netzwerk Careem Vorbildcharakter.

Frieden als primäre Voraussetzung für Sicherheit und Wohlstand

Die fortwährende Popularität Deutschlands in der arabischen Welt begründete Alexander Radwan, Mitglied des Deutschen Bundestages (CSU), unter anderem damit, dass Deutschland anders als andere Industrienationen keine koloniale Vergangenheit im Nahen Osten aufweise und sich im Generellen politisch weniger in der Region engagiert habe als beispielsweise die USA oder Frankreich. Während die demographische Zusammensetzung ohne Frage großes Potential berge, stelle Frieden aber weiterhin die zentrale Voraussetzung für einen möglichen wirtschaftlichen Aufschwung dar. Davon sei man jedoch derzeit noch weit entfernt und die Sicherheit und Stabilität habe kürzlich in Teilen der Region sogar eher abgenommen. In diesem Kontext gehe es auch insbesondere um die Stärkung von politischer Partizipation. Für Deutschland sei es aber generell von hohem Interesse, die Entwicklung der arabischen Staaten auf sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Ebene zu fördern.  

Den vollständigen Report sowie die "Key Findings" finden Sie hier.

Pressestimmen zur Veranstaltung: Gulf News und Arabian Business.

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