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Wirtschaftschancen in den VAE und Oman

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Vorbereitungsseminar von DAFG e.V. und Bayerischem Wirtschaftsministerium zur gemeinsamen Delegationsreise in die Vereinigten Arabischen Emirate und das Sultanat Oman

Am 19. Februar 2018 luden die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie zu einer Informationsveranstaltung über die Golfregion – insbesondere zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (V.A.E.) und dem Sultanat Oman – nach München ein.

Die hohe Teilnehmerzahl unterstrich das große Interesse der deutschen Wirtschaft an der Region und konkret an den V.A.E. und Oman sowie an der Anfang Mai anstehenden Delegationsreise von DAFG e.V. und Bayerischem Wirtschaftsministerium, die bereits ausgebucht ist.

Dr. Markus Eder, stellvertretender Abteilungsleiter „Internationalisierung, Industrie“ im Bayerischen Wirtschaftsministerium, begrüßte die Gäste und Referenten und dankte der DAFG e.V. für die Initiative zur mittlerweile dritten gemeinsamen Delegationsreise (2016 reiste man nach Ägypten und Tunesien) und zur Organisation dieser Informationsveranstaltung.

Professor Randolf Rodenstock, Vize-Präsident der DAFG e.V. und neben Staatssekretär Franz Josef Pschierer Co-Leiter der anstehenden Delegationsreise, freute sich über den regen Zuspruch sowohl zu dieser Veranstaltung als auch für die Delegationsreise und dankte dem Bayerischen Wirtschaftsministerium für die hervorragende Zusammenarbeit. Professor Rodenstock betonte, dass gerade Geschäftsbeziehungen oft die beste und nachhaltigste Verbindung zwischen zwei Ländern ermöglichten, da es hier nicht nur zu regem Austausch komme, sondern auch gemeinsame Interessen zu beiderseitigen Vorteil verfolgt würden. In diesem Sinne verstehe die DAFG e.V. auch ihr Engagement im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den arabischen Ländern, welches neben den anderen DAFG-Arbeitsfeldern (Politik, Kultur, Bildung und Wissenschaft; sowie Medien und Kommunikation) dem Ziel diene, die deutsch-arabischen Beziehungen nachhaltig und in umfassendem Sinne zu fördern und zu vertiefen sowie Brücken zwischen Deutschland und den arabischen Ländern zu bauen.

Zu Beginn führte DAFG-Vorstandsmitglied Professor Dr. Udo Steinbach, der sich als Islamwissenschaftler seit Jahrzehnten mit der Region befasst und u.a. Mitbegründer der Humboldt-Viadrina Governance Platform ist, in die Hintergründe der aktuellen politischen Dynamiken der Golfregion ein. Auch angesichts der Eindrücke nach der gerade zu Ende gegangenen Münchener Sicherheitskonferenz plädierte Professor Steinbach dafür, die Region mehr in einer Phase des grundlegenden und tiefgreifenden Wandels zu verstehen denn als in der Krise, wobei die politische Großwetterlage durchaus schwierig und auch von regionalen und überregionalen Konflikten geprägt sei. Jedoch, und hier schloss sich Professor Steinbach Herrn Professor Rodenstock an, zeigten ja gerade die guten und seit Jahrzehnten erfolgreichen wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu den Ländern der Region, wie die Staaten trotzdem stabile und gute Beziehungen zueinander aufbauen und halten könnten.

Frau Dr. Dalia Abu Samra-Rohte, stellvertrende Geschäftsführerin der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer (AHK Golfregion) und Bayerische Repräsentantin in den V.A.E. stellte  daraufhin die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Sultanat Oman dar und zeigte Geschäftschancen für deutsche Unternehmen auf. Auch wenn man oft den Eindruck erhalte, dass es vor Ort viele Mega-Projekte und entsprechend große Ausschreibungen gebe, bei denen die deutsche Wirtschaft sich starker asiatischer Konkurrenz ausgesetzt sehe – nicht zuletzt über den Preis – so hob Frau Dr. Abu Samra-Rothe hervor, dass gerade deutsche Firmen des Mittelstandes mit ihrer weltweit gefragten qualitativ hochwertigen Technologie und professionellem Know-How sehr erfolgreich Nischen besetzen könnten und in der Region auch auf qualitätsbewusste und an langfristigen Geschäftsbeziehungen interessierten Kunden träfen. Details und konkrete Informationen für Geschäftsmöglichkeiten in einzelnen Branchen können Sie der Präsentation von Frau Dr. Abu Samra-Rothe entnehmen.

Über konkrete Erfahrungen deutscher Unternehmen vor Ort berichten Dr. Roman Breuer von der Bauer Resources GmbH und Dr. Hermann Sterzinger von der Veridos GmbH – einem Joint-Venture für den Bereich Identity Solutions von Giesecke & Devrient mit der Bundesdruckerei.

Dr. Breuer betonte, dass trotz aller regionalen Besonderheiten, die es in jedem Auslandsmarkt zu beachten gäbe, Oman derzeit der vielversprechendste Markt aus Sicht der Bauer Resources GmbH in der Region sei: Man erziele stabile Umsätze und Gewinne und habe langfristige Verträge über Jahrzehnte abschließen können, wie zum Beispiel bei der weltweit größten Schilfkläranlage, die man für den Kunden Petroleum Development Oman gebaut, gegen Gebühr betreibt und vor kurzem den Auftrag zur Erweiterung erhalten habe.

Dr. Sterzinger unterstrich am Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate das große Interesse an  neuesten und intelligenten Technologien. Hier habe man höchste Qualitätsansprüche und auch Know-How-Transfer und „local content“ seien sehr erwünscht. Vor diesem Hintergrund seien aber wie auch im Falle Bauer sehr langfristige Verträge sowie Vertragsverlängerungen und damit eine langfristige Kundenbindung möglich. Die Veridos beispielsweise arbeite im Rahmen von PPP-Projekten mit dem emiratischen Innenministerium äußerst erfolgreich an intelligenter IT für hoheitliche Dokumente und an deren maschineller Lesbarkeit und Auswertbarkeit.

Abschließend teilte Joachim Düster von der Botschaft der Bundesrepublik Maskat, und langjähriges DAFG-Mitglied, seine langjährige Begeisterung für das Sultanat Oman, für das er sich seit seiner Jugend interessiert und engagiert, mit dem Publikum. Oman würde von deutscher Seite leider oft (noch) zu wenig Beachtung geschenkt. Als ein wichtiger Stabilitätsfaktor durch seine neutrale Vermittlerrolle in der Region sowie seinem ganz eigenen Weg der Modernisierung und Diversifizierung der Wirtschaft sei das Sultanat aber ein wichtiger Partner und Adressat für die deutsche Politik und Wirtschaft, der zudem sehr offen auf Deutschland zugehe. Nicht nur aufgrund seiner geografischen Lage mit Zugang zum indischen Ozean ist das Sultanat ein wichtiger logistischer Knotenpunkt für die globale Wirtschaft (z.B. durch den Hafen von Duqm und die dazugehörige Free Zone), sondern insbesondere durch seine Mittlerrolle und bedachte Außenpolitik auch eine Art politischer Hub in der Region.

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