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DAFG Jour Fixe mit Amal, Berlin!

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Die Informationen in den deutschen Medien sind für Nicht-Muttersprachler oft schwer verständlich aufgearbeitet - ein Alltagsproblem für viele Menschen mit Migrationshintergrund aus dem arabischen Raum. Doch nicht zu verstehen, was passiert, sorgt für zusätzliche Abschottung. „Nur, wer weiß, was passiert, kann sich zu Hause fühlen und mitmachen.“ Getreu diesem Motto berichtet Amal, Berlin! täglich auf Arabisch und Dari/Farsi über aktuelle Geschehnisse in der Hauptstadt. Im Rahmen der 19. Ausgabe des DAFG Jour Fixe am 9. Mai 2019 stellten die Co-Gründerin der digitalen Zeitungsplattform Julia Gerlach und der Journalist Khalid Alaboud dieses Projekt vor. Dabei berichteten sie von den Schwierigkeiten in der Gründungsphase aber auch den Fortschritten und Zukunftsperspektiven des Projekts. Moderiert wurde die Veranstaltung von DAFG-Projektkoordinator Jan-Philipp Zychla.

Initiiert wurde Amal, Berlin! 2017 mit zehn professionellen Journalisten aus Afghanistan, Ägypten, Iran und Syrien. Das Projekt wird finanziert durch die Evangelische Journalistenschule in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Körber-Stiftung, der Schöpflin-Stiftung sowie weiteren Partnern. Das Budget reiche aus, um das Projekt für drei weitere Jahre betreiben zu können. Die Online-Zeitungsplattform bietet Geflüchteten die Möglichkeit einen Zugang zu ihrer neuen Heimat zu finden und sich in ihrer Muttersprache über tagesaktuelle Themen zu informieren. Wichtige Nachrichten werden ergänzt durch Reportagen, Kommentare und Hintergrundberichte. Um kulturell bedingt schwer verständlichere Sachverhalte besser zu erklären, ist oftmals eine hinreichende Begriffsklärung ebenso notwendig wie Wortneuschöpfungen in  der jeweiligen Sprache. Des Weiteren gibt es regelmäßig praktische Alltagshilfen und Eventtipps für das Wochenende.

Abgedeckt werden soll ein möglichst breites Spektrum an zielgruppenrelevanten und bewegenden Themen. Der Blick ist dabei stets auf die Ereignisse in der Community gerichtet, wobei diverse Perspektiven innerhalb der Gemeinschaft kontrastiert werden. Sehr auf Qualitätsjournalismus bedacht, besuchen die Journalisten selbst Pressekonferenzen, lokale Veranstaltungen und Großevents wie das Oktoberfest oder die Leipziger Buchmesse. Zudem berichten sie über Erfahrungen aus ihrem Lebensumfeld. Dies trägt zu einer möglichst fundierten und authentischen Berichterstattung bei.

Khalid Alaboud ist einer der zehn Journalisten, die bei Amal, Berlin! eine feste Arbeitsstelle und somit eine berufliche Perspektive erhalten haben. Dort schreibt er vor allem Reportagen und Beobachtungen über das Zusammenleben von Alt- und Neuberlinern. Seit vergangenem Jahr produziert er außerdem gemeinsam mit Andreas Lorenz unterhaltsame Videoclips für die Reihe  „Tandem by Amal, Berlin!“. Subtil und humorvoll werden kulturelle Parallelen aufgezeigt. Das Verständnis sowie die Offenheit für Diversität spiegelt sich auch in der Arbeit von Amal, Berlin! wieder. Alaboud erklärte, dass die verschiedenen ethnischen Hintergründe und Meinungen mehr Farbe in die Plattform bringen.

Das innovative Projekt hat bisher eine überwiegend positive Resonanz erhalten, teilte Projektleiterin Julia Gerlach mit. Sie selbst hat bereits mehrere Sachbücher über den Islam in Deutschland und den Arabischen Frühling geschrieben. Zudem berichtete Gerlach von 2008 bis 2015 als Korrespondentin in Kairo für deutsche Medien über die arabische Welt. Als Expertin in der Medienlandschaft stuft sie die Leserzahlen als zufriedenstellend ein. Einziger Dämpfer sei die rückläufige Tendenz der Veröffentlichungen ausgewählter Artikel in deutschen Medien. Doch Amal (arab. أمل) heißt Hoffnung und so hofft auch die Projektleiterin auf eine zukünftig wieder breiter angesiedelte Kooperation mit deutschen Nachrichtenportalen. Denn, stellt Gerlach klar, es sei naiv zu denken, dass keine weiteren Asylsuchenden nach Deutschland kämen. Es bedürfe lokaler Träger, um in Form von Franchising die Plattform langfristig auszubauen. Mit der Eröffnung der Zweitstelle in Hamburg im April in Kooperation mit dem Hamburger Abendblatt sei ein erster vielversprechender Schritt dahingehend erfolgt.

Sämtliche Artikel, Videos und weitere Informationen sind auf www.amalberlin.de zu finden.

 

Lydia Paul

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