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Der Generalkommissar der UNRWA spricht bei der DAFG über die Lage der Palästina-Flüchtlinge

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Heiko Flottau (li.), Journalist, und Filippo Grandi (re.), Generalkommissar der UNRWA, 26.01.2011

Am 26. Januar 2011 hatte die DAFG - Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft die Ehre, den UNRWA Generalkommissar Filippo Grandi für einen Vortrag zu der „Frage der Palästina-Flüchtlinge und die Rolle der UNRWA - Chancen und Perspektiven“ gewinnen zu können. Die Veranstaltung, die im Rahmen der DAFG-Reihe „Ist Frieden im Nahen Osten möglich?“ stattfand und von der DGVN – Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen unterstützt wurde, moderierte Heiko Flottau, Journalist und ehemaliger Nahost-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. DAFG-Vizepräsident Houssam Maarouf eröffnete den Abend und begrüßte die Gäste. Er sei sehr dankbar für das Engagement der  UNRWA, von dem er als in einem libanesischen Flüchtlingslager aufgewachsener Palästinenser selbst profitiert habe. Allerdings hoffe er, dass ein gerechter Frieden, der auch eine Lösung der Flüchtlingsfrage mit sich bringen muss, die Arbeit der UNRWA bald überflüssig mache.

Die UNRWA ist das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten und setzt sich für rund 4,7 Millionen registrierte Flüchtlinge ein. UNRWA ist in Jordanien, Libanon, Syrien und den besetzten Gebieten (einschließlich Ost-Jerusalem) aktiv. In ihrer täglichen Arbeit muss sie komplexen Herausforderungen begegnen, die den rund 30.000 direkt über die Organisation eingestellten Mitarbeitern, meist selbst Palästina-Flüchtlinge, großes Durchhaltevermögen abverlangt. Lehrer, Ärzte und Sozialarbeiter setzen sich beispielsweise dafür ein, die medizinische Versorgung und den Zugang zu einer fundierten Ausbildung für die Flüchtlinge zu gewährleisten und die Infrastruktur im Krisengebiet zu verbessern.

Dabei versucht die UNRWA in allen Phasen aktiv zu sein und neben der Nothilfe auch nach Konflikten sowie präventiv die Flüchtlinge vor Ort zu betreuen. Ganz besonders betont Filippo Grandi die elementare Bedeutung, die UNRWA der Vermittlung von Werten, von kritischem Denken und dem Zugang zur Bildung zuspricht. Zurzeit betreibt die UNRWA insgesamt 691 Schulen. Die dringend benötigte Errichtung weiterer Schulen wird aber immer wieder erschwert.

Als signifikantes Beispiel schilderte Grandi die Situation in den Bildungseinrichtungen im Gazastreifen. Viele Gebäude sind zerstört und die israelische Blockade verhindert den Fluss von Baumaterialien. Das wirkt sich beispielsweise stark auf die schlechte Situation in den Schulen vor Ort aus: Sie sind so stark überfüllt, dass der Lernstoff den Schülern in verschiedenen „Schichten“ über den Tag verteilt vermittelt werden muss. Die Verhandlungen der UNRWA mit der israelischen Regierung über die Errichtung dringend benötigter neuer Schulen gestalten sich jedoch in der Regel als äußerst schwierig. Der Prozess der Lockerung der Blockade des Gaza-Steifens gehe viel zu langsam voran. Filippo Grandi unterstrich, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und Medizin zwar gewährleistet werden könne, die Blockade aber eine langfristige Entwicklung im Krisengebiet verhindere. Vor allem sei stets zu betonen, dass die Blockade in Gaza illegal ist. Die UNRWA setzt sich daher dafür ein, sie aufzuheben und der israelischen Regierung die Grundrechte der Flüchtlinge vor Augen zu führen und sie dafür zu sensibilisieren, dass Flüchtlinge nicht bei politischen Entscheidungen und bei Gesetzesbeschlüssen übergangen und an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden dürfen. Eine weitere Problematik, mit der die UNRWA täglich aufs Neue zu kämpfen hat, ist die Mittelakquise. Angesichts der aktuellen finanziellen Lage in den Geberländern, die selbst ihre Haushalte im Bildungs- und Sozialbereich kürzen müssen, gestaltet sich die finanzielle Unterstützung für die Hilfsprojekte der UNRWA oftmals als ein zähes Anliegen.

Engagiert und höchst charmant antwortete Filippo Grandi auf die fachkundigen Fragen der zahlreich erschienenen Gäste. Der Abend war für die Anwesenden sehr bereichernd, informativ und bot vielen Gästen die Gelegenheit, sich mit dem UNRWA Generalkommissar persönlich zum Thema auszutauschen.

Eindrücke des Abends finden Sie in unserer Fotogalerie.

 

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