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Auftakt der neuen Diskussionsreihe von DAFG und DAAD zur deutsch-arabischen Transformationspartnerschaft

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„Bildung als Schlüsselfaktor für ein selbstbestimmtes Leben.“ Unter diesem Leitsatz unterstützt das Auswärtige Amt seit 2011 die Umbrüche in Ägypten durch Transformationspartnerschaften im Hochschulsektor. Eine derartige Kooperation sieht sich, vor allem angesichts der sich weiterhin in der Findungsphase befindenden politischen Systeme, von wechselnden Spannungsfeldern geprägt, immer neuen Situationen und Entwicklungen gegenüber und muss daher kontinuierlich den sich ändernden Bedingungen angepasst werden. Mit der neuen Diskussionsreihe „Hochschulen und Gesellschaft gestalten: Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft“ möchte die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) die zentralen Themen und Herausforderungen der Partnerschaften in den Fokus stellen und diskutieren. Zum Auftakt fand am 11. März 2014 die „Deutsch-Arabische Hochschulkooperation: Ein Anker in bewegten Zeiten?“ statt. DAFG-Präsident Dr. Otto Wiesheu begrüßte die Teilnehmer und Gäste in den Geschäftsräumen der DAFG e.V. Nach weiteren Grußworten von Dr. Dorothea Rüland, Generalsekretärin des DAAD, und Dr. Heinrich Kreft, Beauftragter für Außenwissenschafts- und Bildungspolitik und den Dialog zwischen den Kulturen im Auswärtigen Amt, übernahm Journalist und Politikberater Dr. Michael Lüders die Moderation der sich anschließenden Podiumsdiskussion.

Engagement „keine Eintagsfliege“

Als wichtigen Grundpfeiler der Partnerschaftsprojekte bezeichnete Dr. Renate Dieterich, Leiterin des  DAAD-Referates „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaften – Kulturdialog“ die direkte Kommunikation mit Ansprechpartnern vor Ort. Nur so sei das langfristige Ziel des Ausbaus von Hochschulstrukturen, die eine Berufsausbildung mit realer Jobperspektive gewährleisten können, zu erreichen. Vor allem vor dem Hintergrund der stetig wachsenden Bevölkerungszahlen in Ägypten und Tunesien sei diese Perspektive, gekoppelt an eine praxisorientierte und internationale Ausrichtung, zentral. Das weitverzweigte Alumni-Netzwerk des DAAD bedeute dabei „einen großen Schatz“, so Dieterich. Übergeordnet betrachtet, müsse langfristig der Anschluss an den globalen Wettbewerb geschafft werden. Dabei verfolge man generell einen transdisziplinären Ansatz, fördere aber gerade im derzeitigen Transformationsprozess verstärkt Geistes- und Sozialwissenschaften, um einen Beitrag zur Stärkung des politischen Bewusstseins zu leisten.

„Als begleitender, nicht steuernder Partner weitreichende Impulse setzen.“

An die Zielsetzung, die politische Partizipation zu fördern, schloss Prof. Dr. Oliver Schlumberger vom Institut für Politikwissenschaft Universität Tübingen an. Die Kooperation mit der American University in Kairo, „eine der führenden Institutionen im ägyptischen Bildungssektor“, ziele auf die Ausbildung von „Kreativität und Innovationsgeist“, der Fähigkeit zur Politikanalyse und sei damit auch auf die Förderung wettbewerbsfähiger „zukünftiger Entscheidungsträger“ ausgelegt. Die Herausforderung bestehe darin, zur Öffnung der noch weitestgehend hierarchisch und pyramidal aufgebauten ägyptische Gesellschaft beizutragen und die alteingesessenen, verkrusteten Elitenstrukturen abzutragen. Die Förderung von „Medien, Pluralität, Journalismus – jenen Bereichen, die so lange vernachlässigt wurden, aber für den Transformationsprozess so wichtig sind“, sei daher elementar. Als Prämisse für das Engagement verwies Schlumberger mit „Verlässlichkeit“ auf das Credo der deutschen Außenpolitik. „Nur mit einem langfristigen Engagement kann man ein begleitender, nicht steuernder, Partner sein“. Insgesamt sei man perspektivisch gesehen auf einem guten Weg, auch wenn man immer wieder mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen habe.

Ägypten: „Das Ziel ist eine nachhaltige Partnerschaft auf Augenhöhe.“

Prof. Dr. Hebatallah Fathy, Professorin für Neuere Deutsche Literatur an Universität Kairo, blickte zunächst auf die deutsch-ägyptische Kooperation im letzten Jahrzehnt zurück. Als äußerst positiv bewertete sie die neue Fokussierung auf gesellschafts- und sozialwissenschaftliche Programme. Besonders den Beitrag zur regionalen Vernetzung der ägyptischen Universitäten in der arabischen Welt, bisher so gut wie nicht existent, sei als wichtige Weichenstellung zu sehen. Auch hinsichtlich des Zieles, eine stärkere Praxisnähe mit der Kopplung an den Arbeitsmarkt zu erzielen, sei man beispielsweise mit dem Kooperationsprojekt mit der Universität Leipzig zur Ausbildung von Deutschlehrern auf dem richtigen Weg. Ebenfalls ging Fathy auf bestehende Schwierigkeiten ein: Das ägyptische Hochschulsystem sei zu zentralistisch und leide weiterhin unter Qualitätsdefiziten. Als essentiell bezeichnete sie „eine Kooperationsarbeit auf Augenhöhe“. Dabei gehe es nicht nur um finanzielle Fragen, auch auf der Inhaltsebene müsse man sich gleichberechtigt gegenüberstehen. „Die Arbeit mit den Menschen“ müsse auch schwierigere Phasen überdauern, damit „die Investitionen sich langfristig auszahlen“, nicht zuletzt mit Blick auf die anstehenden Wahlen. Eine Rückkehr zu den Verhältnissen der Mubarak-Ära würde die Fortschritte zunichte machen.

Produktive Fortschritte in Tunesien

Als „starke, langjährige Partnerschaft“ bezeichnete Dr. Anis Ben Amor, Koordinator der deutsch-tunesischen Forschungsgruppe „Tunisia in Transition“ an der Universität Karthago, die Beziehungen zu Deutschland. Seit 2011 hätten diese noch deutlich an Intensität und Qualität zugenommen. Das Projekt zur Erforschung des tunesischen Transformationsprozesses, an dem insgesamt sieben tunesische und zwei deutsche Hochschulen sowie zahlreiche Nachwuchswissenschaftler beteiligt sind, könne dafür als beispielhaft angesehen werden. Mit dem Projekt trage man zum Aufbau von Forschungsstellen, der Etablierung einer intellektuellen Gesprächskultur und der Demokratisierung und Modernisierung der Hochschulstruktur bei. „Aufgeklärtes Denken ist entscheidend in diesen Zeiten.“, schloss Amor.

Alle Panelisten hoben die Bedeutung der Partnerschaft hervor und insistierten, dass „solange es Partner gibt, die Partnerschaft fortgesetzt werden müsse“. Zukünftig solle die Partnerschaft im besten Fall weiter ausgebaut werden, bspw. durch duale Studiengänge und ein Programm, das Perspektiven nach der Promotion aufzeigt. An die Debatte schloss sich eine breit gefächerte Diskussion mit dem Publikum an.

Einen ausführlichen Bericht des DAAD finden Sie auf der Website der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft. Einen Artikel zur Auftaktveranstaltung hat auch das arabische Programm der Deutschen Welle veröffentlicht.

Weitere Informationen über die DAFG e.V. erhalten Sie auf diesen Seiten. Falls Sie sich für eine Mitgliedschaft in der DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. interessieren, lesen Sie bitte hier.

 

 

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