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Syrischer Großmufti bei Veranstaltung der DAFG e.V. und der Parlamentariergruppe arabischsprachige Staaten des Nahen Ostens im Deutschen Bundestag

S.E. Dr. Badr Hassoun, Großmufti von Syrien
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S.E. Dr. Badr Hassoun, Großmufti von Syrien

Die DAFG e.V. lud am 25. Oktober 2007 in Kooperation mit der Bundestags-Parlamentariergruppe arabischsprachige Staaten des Nahen Ostens zu einem Vortrag und Diskussion mit dem Großmufti von Syrien, S.E. Dr. Badr Hassoun, ein. Zahlreiche Mitglieder, Politiker, Vertreter aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft waren der Einladung gefolgt, um der Veranstaltung mit der obersten religiösen Autorität in der Syrischen Arabischen Republik beizuwohnen. Der Großmufti wurde von S.E. Antoine Audo, dem Erzbischof von Aleppo begleitet. In der Begrüßung betonte der Abgeordnete Joachim Hörster, Vorsitzender der Parlamentariergruppe arabischsprachige Staaten des Nahen Ostens, die Bedeutung des Deutschen Bundestages als Ort dieses Zusammentreffens. Er verwies auf die intensive Diskussion in Deutschland hinsichtlich des Zusammenlebens von Muslimen und Christen in demokratischen Gesellschaften. Der Präsident der DAFG e.V., Dr. Otto Wiesheu, erläuterte den Anspruch der DAFG e.V., das Zusammenleben der Kulturen und Religionen zu fördern. So gebe der Besuch des Großmuftis wichtige Impulse für die Arbeit der Gesellschaft. S.E. Dr. Hussein Omran, Botschafter der Syrischen Arabischen Republik, dankte für die Gelegenheit des Dialoges. Er rief die muslimischen Mitbürger unseres Landes dazu auf, sich im Hinblick auf den Islam besser zu artikulieren und die Gemeinsamkeiten unserer Religionen stärker zu betonen. Religion solle die Menschen zusammenführen, wobei jeder auf seine Art und Weise zum Himmel blicke.

Der Großmufti Dr. Hassoun fühlt sich in Parlamentsgebäuden nicht fremd, so war er acht Jahre Mitglied des syrischen Parlaments. In seinem Vortrag betone Dr. Hassoun die besondere Rolle seiner Heimat  und der Region des Nahen Ostens bei der Entstehung der verschiedenen Religionen. Gleichzeitig verwies er auf die großen Gemeinsamkeiten der Religionen: wer den Koran lese, liest auch immer das Evangelium mit. Religion sei nicht aufteilbar. Das einzige was sich ändere, seien religiöse Vorschriften. Er selbst bete sowohl in Moscheen, Kirchen und Synagogen, da sie alle Häuser Gottes sind. Dr. Hassoun stellte das Individuum und die Zivilisation in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Demzufolge gebe es keine unterschiedlich nach Religionen zugehörige Zivilisationen, sondern nur eine. Daraus leitet sich auch seine Überzeugung eine Trennung von Staat und Religion ab. Wenn sich ein Staat auf eine Religion begründe, führe dies zu Spannungen zwischen Religionen. Ebenso wird sich nach seiner Auffassung ein Staat, der sich nur auf ethnologischer Grundlage aufbaut, auflösen. Daher forderte er einen zivilen Staat. Dass es sich hierbei um einen säkularisierten Staat handeln muss, ist für Dr. Hassoun selbstverständlich. So gebe Säkularisierung jedem Menschen Würde und Rechte. Er selbst bezeichnete sich als säkularisierten Moslem.

Diese Aussage bildete die Brücke für eine hochpolitische Aussage des geistlichen Würdenträgers: Er glaubt nicht an eine dauerhafte Zweistaatenlösung – Israel und Palästina - im Nahen Osten. „Ich glaube an ein einziges Land, das Juden, Muslime und Christen gemeinsam umfasst,“ war sein politisches Credo.

Der Großmufti lobte Deutschland als Vorbild für den zivilisatorischen Aufbau. Er hob insbesondere das Engagement der deutschen Bevölkerung hervor, die Mauern in Berlin einzureißen. Dr. Hassoun forderte die anwesenden Teilnehmer auf, die Mauer in Palästina ebenfalls einzureißen, damit Christen, Juden und Muslime friedlich zusammenleben könnten.

Ebenfalls rief er auf, keine Waffen an arabische Länder zu liefern. Er forderte eine allgemeinverbindliche weltweite Fatwa gegen Waffenlieferungen. „Liefern Sie keine Waffen in unsere Länder, liefern Sie keine Waffen nach Israel oder in arabische Länder“ lautete sein Aufruf an den Westen. Seine Forderung ist eindeutig gerichtet auf Dialog zwischen den Menschen.

Dem Ausspruch schloss sich auch der Erzbischof von Aleppo an, der von einem problemlosen Zusammenleben unterschiedlicher Religionen  in  Syrien und anderen arabischen Ländern berichtete. Trotzdem gelte es, kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen, insbesondere auch in der Perzeption von Seiten des Westens.

Den Vorträgen schloss sich eine lebhafte, von MdB Priska Hinz souverän geleitete  Diskussion an, in die sich u.a. Bundestagsabgeordnete unterschiedlicher Fraktionen sowie DAFG-Präsident Dr. Otto Wiesheu einschalteten. DAFG-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Friedemann Büttner sprach das Schlusswort der von mehr als 130 Zuhörern besuchten Veranstaltung.

Hier gelangen Sie zu den Fotos der Veranstaltung.

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