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Auftakt der neuen DAFG-Reihe "Ex Oriente Lux"

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Am 10. September 2012 luden die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. und das Bagdad Forum für Kultur und Kunst e.V. zu einem Vortrag des gebürtigen Irakers Dr.-Ing. Abdulhaleem Al-Hijjaj ein. Der Vortragsabend stand unter dem Titel „Europa und die arabische Welt – Unser gemeinsames kulturelles Erbe“ und war gleichzeitig Auftakt der neuen DAFG-Reihe „Ex-Oriente Lux. Europa und die arabische Welt.“

DAFG-Vizepräsident Prof. Dr. Dietrich Wildung begrüßte die Gäste zum „Flaggschiff“ der neuen Vortragsreihe, die koordiniert und betreut wird vom Historiker und Publizisten Claus Groß, der den Abend auch moderierte. Wildung betonte die Bedeutung des Themas in unserer heutigen Gesellschaft, in der es immer wieder wichtig sei, sich selbst im Spiegel zu betrachten, um die eigene Kultur zu verstehen.

Auch Claus Groß unterstrich, wie wichtig das Wissen um das eigene kulturelle Erbe sei, wenn man scheinbare kulturelle Unterschiede zwischen Menschen klären möchte. Das Orientbild in Europa sei geprägt von Klischees und falschen Behauptungen, und vor allem die Medien nähmen hier eine eher unrühmliche Rolle ein. Toleranz – so schloss der Wissenschaftler schmunzelnd – sei der Verdacht, dass der Andere Recht hat.

»Unsere kulturelle Wurzel ist die christlich-jüdische Tradition«. Diese These von u.a. Guido Westerwelle widerlegte Dr. Al-Hijjaj in seinem Vortrag auf vielfältige Weise. Das Mittelmeer sehe er persönlich eher als See, dessen Völker seit Jahrtausenden in enger Beziehung miteinander stehen. Beispiele für die Ergebnisse dieses Austauschs findet man nicht nur in Politik, Philosophie und Dichtkunst, sondern beispielsweise auch in der Medizin, Astronomie oder Mathematik. Von dem bekannten Philosophen Ibn Rushd, Goethes West-östlichen Divan bis hin zu dem bekannten „goldenen Schnitt“ in der Mathematik gab der Referent einen guten Überblick über den vielfältigen kulturellen Austausch der Mittelmeervölker und machte das Publikum gespannt auf die noch folgenden Vorträge der Reihe. 

In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem erörtert, inwiefern der Kulturaustausch heutzutage noch stattfindet. Ist dieser Austausch auf die Elite, eine „kleine, radikale Minderheit“, beschränkt? Der Konsens hier: Es muss eindeutig mehr getan werden, vor allem im Bereich der Jugendarbeit. Und, so schloss Groß den gelungenen Abend, wann, wenn nicht jetzt? Grund für Optimismus ist in jedem Fall gegeben.

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