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Fortsetzung der DAFG-Reihe „Zentren arabischer Kultur“ mit Margarete van Ess über Bagdad

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Am 23. Februar 2012 lud die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. zu einem Vortrag von Dr. phil. Dr. h.c. Margarete van Ess in ihre Geschäftstelle in Berlin ein. Der Vortragsabend in der DAFG-Reihe „Zentren arabischer Kultur“ stand unter dem Titel „Bagdad – Zentrum der Wissenschaft und Kultur“. 

Margarete van Ess ist seit 1996 Wissenschaftliche Direktorin der Orientabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts und Leiterin der Außenstelle Bagdad. Seit 2003 engagiert sie sich für kulturpolitische Fragen, insbesondere für den Erhalt des archäologischen Erbes im Irak. 2009 erhielt sie die Ehrendoktorwürde durch das Institut für Arabische Geschichte und wissenschaftliches Erbe, Irak – Arabische Liga, Union der Arabischen Historiker. Van Ess selbst erklärte dem Publikum, dass der Irak sie seit einem Studienaufenthalt 1982 in Uruk nie wieder losgelassen habe. 

In ihrem Vortrag durchschritt sie die Geschichte Bagdads von dessen Gründung 762 durch den abbasidischen Kalifen al-Mansur bis heute. Die Stadt entwickelte sich durch ihre günstige Lage an einem Knotenpunkt zahlreicher Handelsstraßen und in der Nähe fruchtbarer Anbaugebiete innerhalb kürzester Zeit zu einer wirtschaftlichen Metropole sowie zu einem Zentrum der Künste und Wissenschaften. 

Die Rolle Bagdads als Treffpunkt und wichtiges Zentrum für Künstler aus aller Welt trug wesentlich zum künstlerischen Aufschwung bei. Besonders die Literatur erlebte hier ihre Blüte zu Zeiten des Kalifen Harun al Rashid (766–809). Beeindruckend war die Anzahl von Büchern in Bagdads Bibliotheken; so soll die Hofbibliothek des Kalifen im Jahr 996 aus 60.000–120.000 Büchern bestanden haben. Zum Vergleich: Die damals in der westlichen Welt bekannte Bibliothek von Konstanz besaß im gleichen Jahr gerade einmal 356 Bände. 

Entscheidend für die Entwicklung und Weiterentwicklung der Wissenschaften wiederum war das 825 gegründete ‚Haus der Weisheit’, ein Zentrum für die Übersetzung zahlreicher Dokumente und Schriften aus dem Griechischen in das Arabische. Darüber hinaus arbeiteten dort führende Forscher der Zeit in den Bereichen Medizin und Astronomie. Später entstanden auch in Andalusien Einrichtungen nach Vorbild dieser Akademie der Wissenschaften, durch die unter anderem das Wissen des antiken Griechenlands zurück nach Europa gelangte.

Nach einer Zeit des immer weiteren Auseinanderbrechens des abbasidischen Reiches wurde Bagdad während der Eroberung durch die Mongolen 1258 zu großen Teilen zerstört. Dabei wurden fast alle Bücher und Schriften vernichtet, jedoch sollen einige auch in das Gebiet der heutigen Türkei gerettet worden sein, von wo aus sie später nach Europa gelangten. 

Bis heute ist die Kunst- und Kulturszene im Irak sehr lebendig, allerdings hat sie in jüngster Vergangenheit zahlreiche Einschnitte erfahren müssen. So verwies Frau van Ess, die sich regelmäßig im Irak aufhält und sich aktiv für den Erhalt seiner Kulturgüter einsetzt, auf den Verlust von über 8500 Kunstwerken durch die seit 2003 anhaltenden Plünderungen der irakischen Museen. Dringend notwendig sind daher ihrer Meinung nach Investitionen in Jugend, Kultur und Wissenschaft sowie eine Wiederbelebung einer staatlichen oder privaten Kultur des Mäzenatentums. 

Buchempfehlungen zum Thema

Jim Al-Khalili 
Im Haus der Weisheit: Die arabischen Wissenschaften als Fundament unserer Kultur 
Fischer, 2011  

Heinz Belting 
Florenz und Bagdad: eine westöstliche Geschichte des Blicks
C.H.Beck, 2008 

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