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Buchvorstellung & Diskussion: "Lexikon des Dialogs"

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Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass im interreligiösen Dialog beide Seiten immer dasselbe  verstehen. Zudem prägen oft kulturell bedingte Spannungen und Vorbehalte den Austausch. Um einen Dialog auf Augenhöhe führen zu können, ist die wichtigste Voraussetzung die Übereinkunft über die verwendeten Begrifflichkeiten. Genau das versucht das „Lexikon des Dialogs - Grundbegriffe aus Christentum und Islam“, das die Eugen-Biser-Stiftung am 2. Juli 2019 in der DAFG-Geschäftsstelle vorstellte. Die Herausgeber Prof. Dr. Richard Heinzman und Prof. Dr. Dr. Peter Antes schilderten dessen Entstehungsprozess und diskutierten zusammen mit Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland und DAFG-Beiratsmitglied, die möglichen Einsatzbereiche des Lexikons. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von DAFG-Vizepräsident und ehemaligem Direktor des Museums für Islamische Kunst Berlin,  Prof. Dr. Claus-Peter Haase.

Entstehung eines besonderen Werkes

In seinem Grußwort zur Eröffnung des Abends dankte Dr. Otto Wiesheu, Präsident der DAFG e.V. der Eugen-Biser-Stiftung für die Gelegenheit, das „Lexikon des Dialogs“ präsentieren zu dürfen und lobte das Lexikon als exzellenten Beitrag zur Integration. Die Eugen-Biser-Stiftung schaffe mit dem Lexikon  eine Grundlage für einen intra- und interreligiösen Dialog, wie es sie bisher noch nicht gegeben habe, so Dr. Wiesheu.

Schon vor drei Jahren erschien die deutsche Ausgabe in einem Doppelband, nun wurde das Werk um eine Ausgabe in arabischer Sprache erweitert. Das Lexikon umfasst ca. 330 Schlüsselbegriffe, die für das Christentum und den Islam gleichermaßen relevant sind.

Doch wie ist die Eugen-Biser-Stiftung überhaupt auf die Idee gekommen, ein solches Lexikon zu erstellen? Geschäftsführendes Mitglied des Stiftungsrates der Eugen-Biser-Stiftung, Dr. Heiner Köster, gab einen kurzen Einblick in den spannenden Entstehungsprozess. Grundsätzlich, so Dr. Köster, mangelte es an Referenzwerken und der Übereinkunft über die Elementargedanken der beiden Religionen. Für einen zielführenden Diskurs sei jedoch ein Mindestmaß an gegenseitigem Verständnis unabdingbar. Der zentrale Gedanke des Vorhabens sei daher, die Kernaspekte der Glaubensrichtungen möglichst unverfälscht zum Ausdruck zu bringen und jenen, die im interreligiösen Dialog aktiv sind, zur Verfügung zu stellen.

Der Aspekt der Authentizität war für die Herausgeber dabei von zentraler Bedeutung, wie Prof. Heinzmann betonte. Entsprechend wurden christliche Begriffe ausschließlich von christlichen Wissenschaftlern definiert und Termini aus dem Islam von Muslimen erarbeitet. Dabei wurden auch die Wortherkunft und das Vorverständnis religiöser Überzeugungen berücksichtigt. Deutlich wurden durch diese Vorgehensweise eine gewisse Starrheit der theologischen Sprache und die damit verbundenen Herausforderungen für den interreligiösen Dialog. Zur Erklärung einzelner Aspekte mussten daher oft Neologismen geschaffen werden, wie Prof. Heinzmann und Prof. Antes mit zahlreichen Beispielen belegten.

Interreligiösen Dialog ermöglichen und den Diskurs erleichtern

Dass die Arbeit mit dem Erscheinen der arabischen Ausgabe des „Lexikon des Dialogs“ noch nicht beendet ist, machten die Herausgeber ebenfalls deutlich. Vielmehr sei das Lexikon ein Initialwerk, das jedoch fortgeschrieben werden müsse, um mit dem anhaltenden gesellschaftlichen Wandel und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen mithalten zu können. Eine einfache Übertragung ins Englische oder die Einbeziehung weiterer Religionen sei nicht ohne Weiteres möglich, so die Herausgeber. Spätere Überarbeitungen des Werkes sollten jedoch durchaus weitere Dimensionen und religiöse Aspekte aufgreifen.

Eine intensive und zeitaufwendige Arbeit, die sich aber auszahlt.  Schließlich zielt das Lexikon nicht nur darauf ab, die „andere“ Religion zu verstehen, sondern auch die eigene zu reflektieren. Diesen Aspekt betonte auch Aiman Mazyek in seinem Kommentar zum „Lexikon des Dialogs“.  So können die sorgfältige Begriffsklärung und das dadurch erlangte Wissen nicht nur zu einer Verbesserung der gegenseitigen Wahrnehmung beitragen, sondern auch zum Selbstverständnis der Religionen. „Sich intensiv mit den Grundsätzen der eigenen Religion zu befassen, regt den intrareligiösen Dialog an“, betonte Aiman Mazyek. In Zeiten anhaltender Migrationsströme, so das Fazit der anschließenden Diskussionsrunde, müsse eine Basis der Akzeptanz und des Verständnisses geschaffen werden. Das „Lexikon des Dialogs“, so waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig, könne einen fundierten Dialog fördern, der die Grundlage für ein gelungenes Zusammenleben der Kulturen und Religionen bildet und damit entscheidender Bestandteil des Integrationsprozesses ist.

Das Ziel der Eugen-Biser-Stiftung ist daher klar: Das  „Lexikon des Dialogs“ soll in der deutschen, aber auch in der arabischen Version möglichst weit verbreitet und vielseitig eingesetzt werden.  An diesem Abend konnten interessierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach der Buchvorstellung ein arabisches Exemplar des Lexikons mitnehmen. In den kommenden Monaten wird die Eugen-Biser-Stiftung 3000 arabische Ausgaben an interessierte Organisationen und Multiplikatoren verteilen.

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