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Qatna - diplomatisch-parlamentarischer Abend der DAFG e.V.

Prof. Dr. Peter Pfälzner
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Prof. Dr. Peter Pfälzner

In der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin-Tiergarten fanden sich am 7.10.2009 auf Einladung der DAFG – Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft e.V. rund 400 Gäste ein. Das Thema, das auf so großes Interesse stieß, Qatna, die alte syrische Handelsmetropole, die 1800 - 1650 v. Chr. das größte Königtum in Syrien war, ist zurzeit in den Medien gut vertreten. Die bevorstehende Eröffnung der Ausstellung im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart sorgt bereits seit einiger Zeit für überregionale Aufmerksamkeit. Zu den Gästen gehörten neben Mitgliedern und Freunden der DAFG e.V. auch Abgeordnete und zahlreiche Botschafter (S.E. Ramzy Ezzeldin Ramzy, Ägypten, S.E. Mohamed Ahmed Al-Mahmoud, VAE, S.E. Mohamed Lutfi Al-Eryani, Jemen, S.E. Ahmed Mohamed Yousif Aldoseri, Bahrain, S.E. Khalifa Ben Ali Al-Harthy, Oman, S.E. Abdelhamid Al-Awadi, Kuwait und S.E. Prinz Stefan von und zu Lichtenstein sowie S.E. Dr. Hussein Omran, Syrien, mit Gattin).

Im Hinblick auf die Stuttgarter Ausstellung hatten die DAFG e.V. und die Landesvertretung Baden-Württemberg zu einem diplomatisch-parlamentarischen Abend eingeladen. Als Hausherr eröffnete der Bevollmächtigte des Landes Baden-Württemberg in Berlin, Minister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, den Abend und begrüßte die Gäste. Er hob die hervorragende Arbeit von Prof. Dr. Pfälzner, der zusammen mit seiner Frau Dr. Heike Dohmann-Pfälzner und seinem syrischen Kollegen Dr. Michel Maqdissi, Direktor für archäologische Ausgrabungen in Syrien und Kodirektor des Qatna-Projektes, sowie seinem italienischen Kollegen Dr. Daniele Morandi Bonacossi die Ausgrabungen in Qatna führt, hervor: „Ihre auch auf einer ausgesprochen guten fachlichen deutsch-syrischen Kooperation basierenden Erfolge stehen zugleich für den Leitgedanken der Völkerverständigung, wie sie die hier in Berlin sehr erfolgreiche Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft in ihrer täglichen Arbeit lebt.“

Die Begrüßung für die DAFG e.V. übernahm der Präsident der Gesellschaft Dr. Otto Wiesheu. Er hob hervor, dass Kultur „eine Brücke ist, die uns mit Arabien verbindet. Wir können hier nur staunen, was es vor 3.000 Jahren an Wissen, Kultur und Technik dort schon alles gegeben hat.“ Er dankte dem syrischen Botschafter und Syrien dafür, dass sie die kostbaren Ausstellungsstücke an Stuttgart ausgeliehen haben, um sie dort einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ferner dankte er dem Sponsor Rami Makhlouf, Syrien, und seiner Firma Syriatel, die die Veranstaltung mit einer großzügigen Spende ermöglicht hatten.

S.E. Dr. Hussein Omran, syrischer Botschafter, wies darauf hin, dass „für mich als Botschafter dieses Ereignis zu den Höhepunkten meiner Dienstzeit in der Bundesrepublik Deutschland zählt,“ und es einen wichtigen Aspekt der syrisch-deutschen Beziehungen widerspiegele. „Getrieben von einem enormen Wissensdrang und von der festen Überzeugung, dass die kulturhistorische Entwicklungsgeschichte der Menschheit ein gemeinsames Erbe aller Menschen ist …, haben Deutsche und Syrer mit ihrer Zusammenarbeit in Qatna, aber auch in anderen Ausgrabungsstandorten in Syrien, ein Beispiel dafür geschaffen, was wir unter Dialog und Kooperation verstehen."

Mitglied des DAFG Fachbeirats Bildung, Wissenschaft und Kultur Dr. Nicole Zeddies stellte die beiden letzten Redner Frau Ewigleben und Herrn Pfälzner kenntnisreich vor.

„Niemals zuvor hat eine so große Zahl von bedeutenden archäologischen Zeugnissen syrischen Boden für eine Ausstellung verlassen,“ bestätigte Frau Prof. Dr. Cornelia Ewigleben, Direktorin des Landsmuseums Württemberg. Frau Ewigleben wies u. a. auf das umfangreiche Begleitprogramm hin, das während der Ausstellungsdauer in Stuttgart läuft.

Schließlich konnte Prof. Dr. Peter Pfälzner die neusten Funde aus Qatna erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte Syriens ging er kurz auf die Grabungsgeschichte in Qatna ein. Die Hauptgrabungsstätte ist der alte Königspalast, in dem 2002 eine völlig unzerstörte Königsgruft gefunden wurde, über die Prof. Pfälzner bei anderer Gelegenheit den Mitgliedern der DAFG e.V. bereits ausführlich berichtete. 

In diesem Jahr nun gelang Frau Dr. Heike Dohmann-Pfälzner, der Grabungsleiterin, eine weitere sensationelle Entdeckung: Eine zweite Gruft mit zahlreichen Knochenfunden und vielen kostbaren, zum Teil antiken Grabbeigaben konnte unter dem Königspalast freigelegt werden.

Die eindruckvollen Fotos, die Prof. Pfälzner mitbrachte, machen auf jeden Fall Lust auf die Ausstellung, die vom 17. Oktober 2009 bis 14. März 2010 in Stuttgart zu sehen sein wird.

Der Abend fand seinen Ausklang bei einem baden-württembergischen Buffet und vielen interessanten Gesprächen rund um Archäologie, kulturellen Austausch und politische Beziehungen.

Fotos vom diplomatisch-parlamentarischen Abend finden Sie hier.Weitere Informationen zur Ausstellung www.schaetze-syrien.de       

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