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Kinderbuchlesungen für geflüchtete Kinder mit Maitha Al Khayat und Noura Al-Khoori

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Wenn plötzlich selbst die lebhaftesten Kinder ruhig sitzen, alle Alltagssorgen vergessen werden und Mädchen und Jungen gebannt zuhören – dann sind die emiratischen Kinderbuchautorinnen Maitha Al Khayat und Noura Al-Khoori mit ihren lustigen Geschichten von Flamingos, Läusen und Schafen zu Besuch.

Im Rahmen des „Books – Made in UAE“ Programmspecials des internationalen literaturfestivals berlin (ilb), das die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. zusammen dem UAE Board on Books for Young People (UAEBBY) und dem Goethe-Institut Golf-Region vom 14. – 17. September 2016 organisiert hatte, traten die beiden bekannten emiratischen Kinderbuchautorinnen nicht nur auf großer Festivalbühne auf. Bei Lesungen in der Bezirkszentralbibliothek Tempelhof-Schöneberg, der Notunterkunft Rathaus Friedenau und der Asylothek Tempelhof konnten die beiden Autorinnen auch die Kinder zu erreichen, die keine Möglichkeit hatten, die offizielle ilb-Veranstaltung zu besuchen.

Begegnungen mit arabischsprachigen Flüchtlingen

Ziel des offiziellen Teils des Programmspecials war es, das erfolgreiche „Books - Made in UAE“ Kinderbuchprojekt UAEBBYs und des Goethe-Instituts vorzustellen und dem kreativen Potential emiratischer Kinder – und Jugendbuchliteratur eine Bühne zu geben. Doch allen Kooperationspartnern des Projektes war es auch wichtig, die Gelegenheit zu nutzen und auch die Begegnung mit arabischsprachigen Flüchtlingen in Berlin zu suchen.

So lasen Maitha Al Khayat und Noura Al-Khoori in der Bezirkszentralbibliothek Tempelhof-Friedenau am 14. und 15. September 2016 jeweils für dreißig arabischsprachige Schülerinnen und Schüler aus Berliner Willkommensklassen. Perfekt vorbereitet von dem engagierten Team der Bezirkszentralbibliothek, sorgten die lebhaften Lesungen mit Bilderbuchkino nicht nur bei den Schülern für Begeisterung: auch die begleitenden Lehrer lobten die engagierten Autorinnen -  schließlich hatten sie ihre Schützlinge so aufmerksam und konzentriert erlebt.

Eine Erfahrung, die die Autorinnen und die ehrenamtlichen Helfer auch in der Notunterkunft Rathaus Friedenau machten: dort lasen Maitha Al Khayat und Noura Al-Khoori vor geflüchteten Kindern in der von Ehrenamtlichen liebevoll gestalteten Bibliothek. Im direkten Austausch mit den Kindern konnten Maitha Al Khayat und Noura Al-Khoori schnell einen guten Kontakt zu den Kindern aufbauen. Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch eine süße Überraschung der Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, die die Kinder – passend zu Noura Al-Khooris Geschichte über die „Goldenen Datteln“ - die Kinder reich mit Datteln und Süßigkeiten beschenkte, während das Goethe-Institut, UAEBBY und die emiratischen Verlage der Autorinnen Bücher für die Bibliothek spendeten.

Leseförderung in der arabischen Muttersprache als Weg zur Integration

Die abschließende deutsch-arabische Lesung der beiden Autorinnen fand in der Asylothek Tempelhof statt, die mehrfach für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde. Eingeladen waren nicht nur die Bewohner der Notunterkunft, sondern auch die Anwohner und alle Interessierte, um auch Deutschen die Möglichkeit zu geben, mehr über die arabische Kultur zu erfahren und die arabische Sprache in all ihrer Vielfalt und Ausdruckskraft zu erleben.

Im Mittelpunkt stand aber auch hier, den arabischsprachigen Kindern nicht nur Freude zu machen, sondern auch ein Signal zu setzen: erfolgreiche Integration bedeutet auch, die eigene Muttersprache weiterhin zu kultivieren und sich seiner arabischen Wurzeln bewusst zu sein. Wie aktuelle Ergebnisse der Spracherwerbsforschung zeigen, lernen Kinder eine zweite Fremdsprache schneller lernen, wenn sie auch die Muttersprache auf hohem Niveau beherrschen. Leseförderung in der arabischen Muttersprache behindert nicht, sondern unterstützt eher die Integration der in Deutschland lebenden Kinder mit Migrationshintergrund.

Ein Grund, warum Marwa Al Aqroubi, Präsidentin des UAEBBY-Vorstandes, die die Autorinnen nach Berlin begleitete, Lesungen der Autorinnen in Notunterkünften und für Willkommensklassen besonders am Herzen lagen: „UAEBBY ist überzeugt davon, das Lesen – vor allem in der Muttersprache – die intellektuelle und kulturelle Identität von Kindern formt. Wir wollen diese Kinder inspirieren“, so Al Aqroubi. „Nicht nur zum reinen Wissenserwerb, sondern zu einem friedvollen Miteinander, zu Hoffnung und Erfolg, zu dem auch ein Bewusstsein der eigenen, arabischen Identität beitragen kann.“

Aber es waren nicht nur die geflüchteten Kinder, die neue Eindrücke und Erfahrungen aus den Lesungen mitnahmen und inspiriert wurden. Auch auf die Autorinnen hatten die vielen Begegnungen mit den Kindern und den vielen ehrenamtlichen Helfern bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie konnten wertvolle Einblicke in den Alltag geflüchteter Menschen in Deutschland und die Arbeit der vielen freiwilligen Helfer gewinnen. Ein Einblick, der durchaus auch hoffnungsvoll stimmt: trotz aller Schwierigkeiten, trotz aller Traumata und zukünftigen Herausforderungen, waren es das Lachen der Kinder, ihr Enthusiasmus und ihre Begeisterungsfähigkeit, die die Autorinnen beeindruckte. Und sicherlich bald zu neuen, lustigen Geschichten inspiriert.

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