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DAFG-Jour Fixe zu Startups bei der IHK Berlin

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Der Startup-Boom ist weltweit eines der spannendsten ökonomischen, aber auch gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Junge Unternehmen, die mit ihren innovativen Produkten rasant die Märkte erobern, werden auch in Zukunft prägend für die Volkswirtschaften und die Lebensweise in Europa und der arabischen Welt sein. Aus diesem Grund widmete die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. ihren nunmehr siebten Jour Fixe in Berlin dem Thema „Startup City Berlin – Role Model for the Arab Startup Scene?“. Das deutsch-arabische Netzwerktreffen für Studierende und Young Professionals fand am 1. Februar 2016 bereits zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der IHK Berlin statt, die auch erneut Gastgeber des Jour Fixe war. So begrüßten dann auch Christian Wiesenhütter, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, und Björn Hinrichs, Geschäftsführer der DAFG e.V., gemeinsam die Teilnehmer und eröffneten eine spannende Diskussions- und Netzwerkveranstaltung.

Vor über 60 interessierten Gästen, die zum Teil bereits selbst Unternehmen gegründet haben oder sich gerade in der Gründungsphase befinden, diskutierte DAFG-Vorstandsmitglied RA Wolf R. Schwippert mit vier Experten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutscher und arabischer „Startup-Ökosysteme“. Der Moderator, selbst seit vielen Jahren als Rechtsanwalt im Rahmen der deutsch-arabischen Wirtschaftsbeziehungen tätig, verwies zu Beginn der Diskussion auf eine jüngst veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young, der zufolge Berlin im vergangenen Jahr London als führende Startup-Stadt Europas nach Investitionsvolumen abgelöst hat.

Hervorragendes Umfeld in Berlin

Der Blick auf Berlin als boomende Startup-Stadt war damit auch einer der zentralen Punkte der Diskussion. Die zwei Gestalterinnen der Berliner Startup-Community auf dem Podium gingen darauf näher ein. Anna Berger vom Startup-Team der IHK Berlin, und Kerstin Bock von den Openers beraten Startups von Beginn an und führen sie zum Erfolg. Zum Tech Open-Firmennetzwerk der Openers gehören außerdem das Tech Open Air, einen Co-Working-Space sowie die Szene-Plattform Tech Berlin. Dass Startups in Berlin so zahlreich gegründet werden und erfolgreich sind, liegt laut Anna Berger einerseits an den guten Strukturen der Hauptstadt – unter anderem am großen und gut organisierten Universitätssystem, das für Ideen- und Gründernachschub sorge. Zum anderen spielten die vergleichsweise geringen Kosten in Berlin, die enorm hohe Zahl junger Talente sowie die starke kreative Szene Berlins eine wichtige Rolle. Kerstin Bock ergänzte, dass Berlin allein wegen seiner Attraktivität als eine der spannendsten Städte weltweit eine hohe Zahl sehr gut qualifizierter Menschen anziehe. Außerdem etabliere sich die Stadt auch verstärkt als international ausgerichtetes „European Hub“, weshalb viele junge Talente aus der ganzen Welt in die deutsche Hauptstadt kämen. Ein Pluspunkt Berlins sei auch der recht einfache Zugang zur Gründerszene, beispielsweise weil sich schnell Gruppen von Personen, Projekten und Firmen formierten und sich viele erfolgreiche Unternehmer gern als Mentoren zur Verfügung stellten.

Startups in arabischen Staaten nicht hip, sondern notwendig für Entwicklung

Mit dem Blick auf arabische Startup-Ökosysteme wurde schnell deutlich, dass auf dieser Seite im Vergleich zu Berlin sowohl völlig andere Voraussetzungen als auch unterschiedliche Antriebskräfte vorherrschen. Diana Hollmann, die als Advisor der GIZ besonders im Bereich nachhaltiger und inklusiver Wirtschaft tätig ist, betonte die besondere Ausgangslage für Gründer in vielen arabischen Ländern.  In einem Umfeld mit häufig sehr hoher Jugendarbeitslosigkeit, einem aufgeblähten öffentlichen Sektor und wenig diversifizierter Wirtschaft, sei es essenziell für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, neue Wege zu beschreiten und mit innovativen Ideen einen positiven Wandel zu bewirken. Diesen Punkt unterstrich Muhammad Radwan, Gründer des von der GIZ unterstützten Green Tech Innovation Space icecairo, nachdrücklich. Das oft von purer Notwendigkeit getriebene Unternehmertum in arabischen Staaten wie Ägypten unterscheide sich deutlich vom durch Innovation getriebenen Unternehmertum in Berlin und anderen westlichen Startup-Hotspots. Erschwerend seien trotz verstärkter Gründermentalität seit der Revolution von 2011 die nach wie vor verbreitete Korruption und eine wenig zugängliche Bürokratie, die Gründungen kompliziert mache.

Kann eine Stadt Vorbild sein?

Folgerichtig stellte Kerstin Bock auch infrage, dass eine Stadt allein Vorbild für andere Städte oder Regionen sein könne. Zu unterschiedlich seien oft die Rahmenbedingungen, als dass man Konzepte und Strukturen einfach übertragen könne. Dieser Aspekt wurde bei der direkten Gegenüberstellung Berlins mit arabischen Startup-Städten besonders deutlich. Von den von Anna Berger benannten (je nach Definition) 2500 Startups in Berlin, sei Kairo beispielsweise noch weit entfernt. Im gesamten arabischen Raum existierten laut Diana Hollmann momentan etwa 200 Initiativen zur Unterstützung von Startups. Dies sei zwar eine enorme Steigerung im Vergleich zu einigen Jahren zuvor aber vermutlich quantitativ noch immer kaum mehr als in Berlin allein. Im Bereich arabischer Startups bestünden also noch sehr große Entwicklungsmöglichkeiten. Momentan entwickelten sich vielversprechende Startup-Szenen insbesondere im Libanon, in Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Ägypten und zunehmend auch in Tunesien, so Diana Hollmann. Im „Ease of Doing Business“-Index der Weltbank seien von arabischen Staaten jedoch lediglich die VAE in den Top 50 vertreten (Platz 31).

In der Diskussion mit dem Publikum wurden an diesem Abend noch zahlreiche weitere Fragen rund um die Startup-Szenen in Berlin, Kairo und an anderen Orten weltweit besprochen. Dazu zählten etwa der Mentalitätswandel im arabischen Unternehmertum, die Vorgehensweise der GIZ bei der Unterstützung von Regierungen sowie das Interesse großer Unternehmen und Konzerne an Investments in Startups.

Im Anschluss an die Diskussion tauschten sich Gäste und Diskutanten bei arabischen Snacks noch lange intensiv untereinander aus. Wie so häufig beim DAFG-Jour Fixe wurden viele neue Kontakte geknüpft und sogar schon einige gemeinsame Projekte besprochen.

Weitere Informationen zum deutsch-arabischen Jour Fixe sowie eine knappe Übersicht über alle bisherigen Veranstaltungen finden Sie an dieser Stelle.

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