DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

Nuzha — Ein Ausflug mit Oud

"Nuzha", im Arabischen wörtlich „Ausflug“, vereint für Mohammed Khoudir, den Gründer und Leiter des gleichnamigen

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DAFG, Politik

Arabische Botschafter treffen Bremer Bürgermeister

Die deutschen Bundesländer spielen eine bedeutende Rolle im föderalen System Deutschlands und besitzen eine Vielzahl von

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DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

Erster Dabke-Tanzkurs in der DAFG e.V.

Wer die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. nur von politischen Veranstaltungen kennt, wäre bei

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DAFG

Mitgliederversammlung 2017: 10 Jahre DAFG e.V.

Über 70 Vereinsmitglieder und geladene Gäste folgten am 30. November 2017 der Einladung der DAFG – Deutsch-Arabische

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DAFG, Kultur, Bildung & Wissenschaft

Jour Fixe: Urban Peripheries in Tunis

*English version below*

Die fortschreitende Urbanisierung verdichtet sich in Metropolen von ungeahnten Ausmaßen. In

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Deutsch-Arabischer Wissenstransfer – DAFG-Panel auf der KUBRI

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In der berühmten Kairo-Trilogie des ägyptischen Literaturnobelpreisträgers Nagib Machfus ist es der Kaufmannssohn Kamal, dessen Wunsch Lehrer zu werden ihm nichts als Hohn und Spott einbringt. Auch ein halbes Jahrhundert später ist die Akzeptanz des Lehrerberufes und das fehlende Bewusstsein für dessen Funktion zur Bildungsvermittlung weiterhin ein Problem, das viele arabische Staaten betrifft. Ein Lehrergehalt reicht meist nicht einmal für die existenzielle Grundversorgung. Die Leidtragenden dieser Missstände sind vor allem Kinder und Jugendliche und damit die Zukunft der jeweiligen Länder. Wie kann Deutschland mit seinen Institutionen und dem über Jahrzehnte gewachsenen Bildungssystem unterstützend tätig werden? Was wird von arabischer Seite aus benötigt? Die Podiumsdiskussion „Deutsch-Arabischer Wissenstransfer“ der DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V., die im Rahmen der KUBRI – Europäisch-Arabische Karriere- und Bildungsmesse am 16. Mai 2014 in München stattfand und von DAFG-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Matthias Weiter moderiert wurde, richtete den Blick auf diese Fragen, nahm aber auch die bereits bestehenden Projekte in den Fokus.

„Bildung muss Perspektiven für die Zukunft bieten.“

Gudrun Orth, neu gewählte Erste Vorsitzende der Deutsch-Jemenitischen Gesellschaft, betreute lange ein Bildungsprogramm für Grund- und Sekundarschulen in Sana’a. „Der Zugang zu Bildung ist das Eine, aber wie kann man langfristig Qualitätsstandards durchsetzen?“, benannte Orth eine der drängendsten Fragen auf diesem Gebiet. Vor allem das Bewusstsein für die Bedeutung einer umfassenden Bildungsversorgung sei vielerorts noch nicht genug ausgebildet. Neben den Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen – „Wir wären schon sehr froh wenn wir dies flächendeckend erreichen könnten.“ – müssten vor allem im Bereich der Textverarbeitung Fortschritte erzielt werden. Daher sei eine gezielte Förderung der Lehrkräfteausbildung vonnöten, um auch didaktische Kompetenzen zu vermitteln. Konflikte, staatliche Instabilität, die Geschlechterbenachteiligung und eine heterogene ethnische Zusammensetzung benannte Orth als jene Faktoren, die sich als „konstante Bedrohung“ für die Bildungspolitik darstellen.

„Die Wirtschaft muss das immense Potenzial des arabischen Raums erkennen.“

Von der Unternehmensseite aus benötige man qualifizierte Kenner von Religion und Kultur, um eine Begegnung auf Augenhöhe gewährleisten zu können, führte Dr. Jean Ghassan Farra, Sales Manager bei Siemens Energy, aus. Im speziellen Fall von Siemens sehe man sich als Aus- und Weiterbilder, der, aufbauend auf einer Vorqualifizierung, eine spezialisierte Weiterbildung anbiete. Als Beispiel ging Farra auf die Siemens-Aktivitäten in Najaf, Irak, ein, wo man seit vier Jahren an Wiederaufbauprojekten mit lokalen Partnern beteiligt ist. Als klarer Nachteil bezeichnete er das Fehlen dualer Ausbildungsmöglichkeiten, daran müsse „perspektivisch gearbeitet werden“.

Umschwung von staatlicher zu privatwirtschaftlicher Ausbildung in Saudi-Arabien

Dr. Traugott Schoefthaler, Portfolio Manager Education and Training bei der GIZ in Saudi-Arabien, berichtete von der Politik der „Saudisierung“, die als Ausdruck eines gesellschaftlichen Umdenkens verstanden werden könne. So habe die Regierung in den letzten Jahren das Budget des Ausbildungssektors vervierfacht. Zudem sei die verstärkte Initiative der Privatwirtschaft zu beobachten, die versuche neue Standards zu setzen: „Die Wirtschaft hat das Steuerrad in der Hand.“ Vor allem das Problem der mangelhaften Englischkenntnisse, besonders im fachlichen Bereich, gelte es jedoch in Zukunft anzugehen.

Unterstützung bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt – VDI und TAG

Als Mittlerorganisation, „Sprecher, Gestalter, Netzwerker“, stellte Humam Zain Allabidean die Rolle des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) im arabischen Raum vor. Besonders mit Blick auf die Golfregion ziele man darauf ab, Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien und des Umweltschutzes auf den Weg zu bringen, vermehrt Frauen im Arbeitsmarkt zu etablieren und über Investorenprogramme auch den kulturellen Austausch zu fördern. In Deutschland ist der VDI bei der Betreuung von arabischen Ingenieuren sehr aktiv. Auf eine intensivere Betreuung und Integration zielt auch die TAG – Tunesische Akademiker Gesellschaft e.V. ab. TAG-Vertreterin Haifa Beji ging zunächst auf das tunesische Bildungssystem ein, das sich weitgehend positiv entwickle, jedoch eine tiefere Vernetzung von Theorie und Praxis benötige. Die TAG versucht, tunesischen Akademikern den Start in den deutschen Alltag zu erleichtern, bspw. durch Mentoring-Programme, sowie ein Netzwerk zur besseren Anbindung an den tunesisch-deutschen Markt zu schaffen.

„Eine Art „Leo-Wörterbuch“ für den arabischen Techniker“

Dem übergeordneten Problem der fehlenden Standardisierung von Fach- und Wissenschaftstermini in der arabischen Sprache widmet sich ARABTERM, ein „Jahrhundertprojekt“. Koordinator Guido Zebisch präsentierte das langfristige Projekt der GIZ, ein arabisches technisch-digitales Wörterbuch aufzubauen. Mit dem enzyklopädisch angelegten Werk könne der Status des Arabischen als Wissenschaftssprache gefördert, aber auch die Investitionsbedingungen für Unternehmen verbessert werden. Durch die Online-Verfügbarkeit sei zudem eine flexible Anwendung gewährleistet.

Die Diversität des arabischen Wirtschaftsraums und die verschiedenen Bildungssysteme verhindern übergreifende Aussagen. Bei aller Rückständigkeit, vor allem innerhalb des Bildungssektors, verweisen die vorgestellten Projekte und Eindrücke jedoch auf das gewaltige Potenzial, das es zukünftig zu nutzen gelte. 

Jan-Philipp Zychla

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DAFG, Berlin

Winter-Intensivkurs Arabisch für Einsteiger*innen

29. Januar bis 2. Februar 2018, je 16:00 bis 20:00 Uhr
DAFG-Geschäftsstelle, Friedrichstraße 185,

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DAFG, Berlin

Wirtschaft im Fokus: "Wassermanagement im arabischen Raum"

14. Februar 2018, 18:30 Uhr
DAFG-Geschäftsstelle, Friedrichstraße 185, 10117 Berlin

Die DAFG -

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DAFG, VAE und Oman

Vereinigte Arabische Emirate und Sultanat Oman: Chancen am Golf

30. April – 4. Mai 2018
Abu Dhabi und Muscat

Vom 30. April bis 4. Mai 2018 bietet das Bayerische

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Berlin

Filme und Diskussion: Saving Bruce Lee – Afrikanischer und arabischer Film in Zeiten sowjetischer Kulturdiplomatie

19.–21. Januar 2018
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

In der Folge

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Berlin

AGYA: Salon Sophie Charlotte 2018 – Sprachkunst & Kunstsprache

20. Januar 2018, 18–24 Uhr
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstraße 38,

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Berlin

Arab Song Jam goes Maghreb: Tradtionals aus Marokko

20. Januar 2018, 19:30 Uhr
Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin

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